IHK-WeiterbildungenSicherheitsgewerbe

Meister für Schutz und Sicherheit

IHK-Weiterbildung für Führungskräfte im Sicherheitsgewerbe – jetzt optimal vorbereiten.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Meister für Schutz und Sicherheit“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung gliedert sich in mehrere Handlungsbereiche. Im Bereich „Schutz- und Sicherheitstechnik“ werden Kenntnisse über mechanische, elektronische und bauliche Sicherheitseinrichtungen sowie deren Planung und Einsatz geprüft. Der Handlungsbereich „Organisation“ umfasst die Planung und Steuerung von Sicherheitsdienstleistungen, Einsatzplanung, Qualitätsmanagement sowie die Zusammenarbeit mit Behörden und Kunden. Im Bereich „Führung und Personal“ geht es um Personalplanung, Mitarbeiterführung, Ausbildung sowie arbeitsrechtliche Grundlagen.

Darüber hinaus musst du dich mit relevanten Rechtsgrundlagen auseinandersetzen, darunter die Gewerbeordnung (GewO), das Bewachungsgewerberecht, das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), das Strafgesetzbuch (StGB), das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sowie das Arbeitsschutzgesetz. Auch betriebswirtschaftliche Themen wie Kalkulation, Angebotserstellung und Kostenrechnung spielen eine wichtige Rolle. Zusätzlich ist der Nachweis berufs- und arbeitspädagogischer Kenntnisse gemäß der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) erforderlich, sofern dieser nicht bereits vorliegt.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Prüfung besteht aus schriftlichen und mündlichen Teilen. Die schriftlichen Prüfungen werden in Form von situationsbezogenen Aufgabenstellungen in den einzelnen Handlungsbereichen durchgeführt und dauern je nach Prüfungsteil zwischen zwei und vier Stunden. Ergänzend findet ein situationsbezogenes Fachgespräch statt, in dem du deine Fähigkeit zur Analyse und Lösung praxisnaher Problemstellungen unter Beweis stellst. Jeder Prüfungsteil muss mit mindestens ausreichenden Leistungen bestanden werden. Nicht bestandene Prüfungsteile können zweimal wiederholt werden.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und erstelle dir einen strukturierten Lernplan, der alle Handlungsbereiche abdeckt. Arbeite intensiv mit den relevanten Gesetzestexten, da rechtliche Fragestellungen einen großen Teil der Prüfung ausmachen. Nutze praxisbezogene Fallbeispiele, um die Anwendung deines Wissens auf konkrete Situationen zu üben – das hilft dir besonders beim Fachgespräch. Bilde Lerngruppen mit anderen Prüfungskandidaten, um verschiedene Perspektiven kennenzulernen und Wissen gegenseitig zu festigen. Wiederhole regelmäßig bereits gelernte Inhalte, damit das Wissen langfristig sitzt. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.

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Häufige Prüfungsfragen: Meister für Schutz und Sicherheit

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Bei der Einführung eines elektronischen Wächterkontrollsystems im Revierdienst fordert der Betriebsrat Mitbestimmung. Ist die Forderung berechtigt?

Richtige Antwort: A — Ja, nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bei technischen Überwachungseinrichtungen

§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG gibt dem Betriebsrat ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht bei Einführung technischer Einrichtungen, die zur Überwachung von Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer geeignet sind. Ein Wächterkontrollsystem erfasst Rundgangzeiten und -routen und ist daher objektiv zur Verhaltensüberwachung geeignet. B ist falsch – der vom Arbeitgeber verfolgte Zweck ist unerheblich, entscheidend ist die objektive Eignung. C und D nennen keine gesetzlichen Voraussetzungen. Merksatz: Technik, die Verhalten erfassen kann = Betriebsrat muss zustimmen!

Frage 2: Ein verärgerter Mieter bedroht einen Sicherheitsmitarbeiter verbal mit den Worten 'Ich warte draußen auf dich!' Welche Straftat liegt vor?

Richtige Antwort: C — Bedrohung gemäß § 241 StGB

Die Ankündigung künftiger Gewalt ('Ich warte draußen auf dich!') erfüllt den Tatbestand der Bedrohung nach § 241 Abs. 2 StGB – das In-Aussicht-Stellen einer Tat gegen die körperliche Unversehrtheit. Seit der Reform 2021 erfasst § 241 Abs. 2 StGB auch die Drohung mit Vergehen gegen die körperliche Unversehrtheit. Beleidigung (a) betrifft Ehrverletzung, Nötigung (b) erfordert Zwang zu einer Handlung, Hausfriedensbruch (d) betrifft unbefugtes Eindringen. Merksatz: Wer Gewalt ankündigt, bedroht – § 241 StGB greift auch ohne Tat.

Frage 3: Ihr Sicherheitsunternehmen hat Forderungen von 60.000 €, Vorräte von 15.000 €, liquide Mittel von 25.000 € und kurzfristige Verbindlichkeiten von 80.000 €. Wie hoch ist die Liquidität 2. Grades?

Richtige Antwort: C — 106,25 %

Liquidität 2. Grades = (liquide Mittel + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten × 100. Berechnung: (25.000 + 60.000) / 80.000 × 100 = 106,25 %. Vorräte werden erst bei Liquidität 3. Grades einbezogen. Antwort a (31,25 %) entspricht nur liquide Mittel / Verbindlichkeiten (Liquidität 1. Grades). Antwort d (125 %) ergibt sich bei Einbeziehung der Vorräte (Liquidität 3. Grades). Der Sollwert liegt bei mindestens 100 %. Merksatz: Liquidität 2. Grades = Geld + Forderungen geteilt durch kurzfristige Schulden.

Frage 4: Ein Sicherheitsmitarbeiter im Empfangsdienst wird von einem aufgebrachten Besucher laut beschimpft. Der Mitarbeiter spiegelt ruhig die Aussage zurück. Welche Technik wendet er an?

Richtige Antwort: A — Aktives Zuhören nach Gordon – durch Paraphrasieren der Aussage Verständnis signalisieren

Das Spiegeln bzw. Paraphrasieren ist eine Kernmethode des Aktiven Zuhörens nach Thomas Gordon. Der Empfänger gibt die Aussage des Gegenübers sinngemäß zurück und signalisiert damit Verständnis, was deeskalierend wirkt. Die Ich-Botschaft (ebenfalls Gordon) drückt eigene Gefühle aus, statt das Gegenüber zu bewerten. Broken Record wiederholt die eigene Position sachlich, Reframing deutet Inhalte in einen neuen Bezugsrahmen um. Merksatz: Spiegeln zeigt Verständnis – wer sich verstanden fühlt, beruhigt sich.

Frage 5: Ein Ladendetektiv beobachtet, wie eine Person Ware in der Tasche versteckt und den Kassenbereich passiert. Er hält die Person fest. Auf welche Rechtsgrundlage stützt er sich?

Richtige Antwort: B — § 127 Abs. 1 StPO – Vorläufige Festnahme durch jedermann

§ 127 Abs. 1 StPO erlaubt jedermann die vorläufige Festnahme, wenn jemand auf frischer Tat betroffen wird und Fluchtgefahr besteht oder die Identität nicht feststellbar ist. Notwehr (§ 32 StGB) schützt gegen gegenwärtige rechtswidrige Angriffe, dient aber nicht primär der Festnahme. § 229 BGB betrifft die Selbsthilfe zur Sicherung zivilrechtlicher Ansprüche, § 859 BGB die Besitzkehr bei verbotener Eigenmacht. Merksatz: Frische Tat + Fluchtgefahr = Jedermannsrecht nach § 127 StPO.

Frage 6: Bei der Erstellung eines Dienstplans im 3-Schicht-Betrieb müssen Sie Mutterschutzvorschriften beachten. Eine schwangere Mitarbeiterin ist eingeteilt. Was gilt nach MuSchG?

Richtige Antwort: A — Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr ist für Schwangere grundsätzlich verboten

Nach § 5 MuSchG ist Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr für schwangere Frauen grundsätzlich verboten. Weder eine Einwilligung der Mitarbeiterin (b) noch eine ärztliche Genehmigung (d) können dieses Verbot aufheben. Eine zeitliche Begrenzung auf den 6. Monat (c) existiert nicht – das Verbot gilt ab Bekanntgabe der Schwangerschaft. Hinweis: § 28 MuSchG ermöglicht in bestimmten Branchen behördliche Ausnahmen bis 22 Uhr. Merksatz: Schwanger = grundsätzlich keine Nachtschicht ab 20 Uhr!

Frage 7: Ein Sicherheitsmitarbeiter beobachtet per Videoüberwachung einen Diebstahl im Lager und verfolgt den Täter auf öffentlichem Grund. Auf welcher Rechtsgrundlage darf er ihn festhalten?

Richtige Antwort: B — § 127 Abs. 1 StPO – Vorläufige Festnahme durch jedermann

§ 127 Abs. 1 StPO erlaubt jedermann die vorläufige Festnahme bei Betreffen auf frischer Tat und Fluchtgefahr. § 229 BGB regelt Selbsthilfe zur Sicherung zivilrechtlicher Ansprüche, nicht Strafverfolgung. § 34a GewO regelt die Erlaubnispflicht für das Bewachungsgewerbe, verleiht aber keine Eingriffsbefugnisse. Notwehr (§ 32 StGB) setzt einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff voraus, nicht bloße Flucht. Merksatz: 'Frische Tat und Flucht dabei – § 127 macht die Festnahme frei.'

Frage 8: Ihr Unternehmen hat Gesamtkosten von 420.000 €, davon 180.000 € variable Kosten. Der Umsatz beträgt 500.000 €. Wie hoch ist der Fixkostenanteil an den Gesamtkosten?

Richtige Antwort: B — 57,1 %

Fixkosten = Gesamtkosten - variable Kosten = 420.000 € - 180.000 € = 240.000 €. Fixkostenanteil = 240.000 / 420.000 × 100 = 57,1 %. Antwort a) berechnet den variablen Kostenanteil (180.000/420.000). c) und d) verwenden fälschlich den Umsatz als Bezugsgröße (240.000/500.000 = 48 % bzw. 180.000/500.000 = 36 %). Der Fixkostenanteil bezieht sich immer auf die Gesamtkosten, nicht auf den Umsatz. Merksatz: Fixkostenanteil = Fixkosten geteilt durch Gesamtkosten – nicht durch Umsatz!

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