Betriebliches Gesundheitsmanagement IHK
IHK-Prüfung für Fachkräfte, die betriebliche Gesundheitsförderung professionell planen und umsetzen.
📋 Beschreibung
Was ist die Prüfung „Betriebliches Gesundheitsmanagement IHK“?
Prüfungsinhalte und Themen
Die Prüfung deckt ein breites Spektrum an Themen rund um das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ab. Zu den zentralen Inhalten gehören die Grundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung, die Analyse von Arbeitsbelastungen und Gefährdungsbeurteilungen, die Entwicklung und Implementierung von BGM-Konzepten sowie das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM). Darüber hinaus werden Kenntnisse in den Bereichen Arbeitsschutz, Ergonomie, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und Suchtprävention geprüft.
Weitere Schwerpunkte liegen auf der Evaluation und Qualitätssicherung von Gesundheitsmaßnahmen, der Kommunikation und Mitarbeitermotivation sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen. Du solltest auch mit Themen wie Fehlzeitenmanagement, demografischem Wandel in der Arbeitswelt, Kennzahlen im BGM und der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern wie Krankenkassen und Berufsgenossenschaften vertraut sein.
Ablauf und Rahmenbedingungen
Die Prüfung wird in der Regel schriftlich durchgeführt und umfasst je nach IHK einen Prüfungszeitraum von 90 bis 120 Minuten. Die Aufgaben bestehen typischerweise aus Multiple-Choice-Fragen, offenen Fragestellungen und praxisbezogenen Fallstudien, in denen du dein Wissen anhand konkreter betrieblicher Szenarien anwenden musst. Bei einigen Kammern kann zusätzlich eine Projektarbeit oder eine mündliche Präsentation verlangt werden. Zum Bestehen benötigst du in der Regel mindestens 50 Prozent der erreichbaren Gesamtpunktzahl. Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du das IHK-Zertifikat „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, das bundesweit anerkannt ist und deine Kompetenz in diesem wachsenden Fachgebiet belegt.
Tipps zur Vorbereitung
Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und arbeite die Lehrgangsinhalte strukturiert durch. Lege besonderen Wert auf die rechtlichen Grundlagen und die praktische Anwendung von BGM-Konzepten, da Fallstudien einen wichtigen Teil der Prüfung ausmachen. Erstelle dir Zusammenfassungen zu den einzelnen Themenbereichen und nutze Karteikarten für Fachbegriffe und Definitionen. Versuche, Praxisbeispiele aus deinem eigenen beruflichen Umfeld mit den theoretischen Inhalten zu verknüpfen – das erleichtert das Verständnis und die Anwendung in der Prüfungssituation erheblich. Tausche dich mit anderen Kursteilnehmern aus und übe regelmäßig mit Prüfungsfragen, um ein Gefühl für die Aufgabenformate zu entwickeln. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.
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Häufige Prüfungsfragen: Betriebliches Gesundheitsmanagement IHK
Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.
Frage 1: Ein Pflegedienst erhebt im BGM Gesundheitsdaten per Mitarbeiterbefragung. Der Datenschutzbeauftragte warnt. Welche Anforderung der DSGVO ist vorrangig?
Richtige Antwort: A — Gesundheitsdaten dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Betroffenen erhoben werden
Gesundheitsdaten sind nach Art. 9 DSGVO besondere Kategorien personenbezogener Daten. Ihre Verarbeitung erfordert eine ausdrückliche Einwilligung (Art. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO). b) ist falsch: Echte Anonymisierung entzieht Daten zwar dem DSGVO-Anwendungsbereich, doch die Aussage suggeriert unbegrenzte Speicherung personenbezogener Daten. c) ist rechtlich nicht vorgesehen. d) ist falsch: BGM allein legitimiert keine Datenerhebung. Merke: Gesundheitsdaten = besonders sensibel → ausdrückliche Einwilligung nach Art. 9 DSGVO zwingend.
Frage 2: Ein Industriebetrieb hat ein BEM abgeschlossen und Maßnahmen umgesetzt. Der BGM-Beauftragte fragt, wie lange die BEM-Akte aufbewahrt werden darf. Was gilt nach Datenschutzrecht?
Richtige Antwort: C — Die Akte ist nach Abschluss des BEM-Verfahrens und Zweckerfüllung zu löschen
Nach Art. 17 DSGVO i. V. m. Art. 9 DSGVO (Gesundheitsdaten) sind BEM-Daten zu löschen, sobald der Zweck entfällt. BEM-Akten gehören nicht in die Personalakte und unterliegen nicht der handelsrechtlichen Aufbewahrung. Eine feste 3-Jahres-Frist gibt es nicht, entscheidend ist die Zweckbindung. In der Praxis empfehlen Datenschutzbehörden eine Aufbewahrung von maximal drei Jahren nach Abschluss, sofern ein berechtigtes Interesse besteht. Merke: BEM-Akte separat führen und nach Zweckerfüllung löschen – nie in die Personalakte!
Frage 3: Ein Personalleiter will Gesundheitsdaten aus dem BGM für die Leistungsbeurteilung nutzen. Der Datenschutzbeauftragte widerspricht. Welche Rechtsgrundlage stützt den Widerspruch?
Richtige Antwort: A — Art. 9 DSGVO schützt Gesundheitsdaten als besondere Kategorie, und Art. 5 Abs. 1b DSGVO verbietet die Zweckentfremdung über den Erhebungszweck hinaus
Gesundheitsdaten sind nach Art. 9 DSGVO besondere Kategorien personenbezogener Daten mit erhöhtem Schutzniveau. Zusätzlich verbietet der Grundsatz der Zweckbindung (Art. 5 Abs. 1b DSGVO) die Nutzung für andere Zwecke als den ursprünglichen Erhebungszweck (hier: BGM, nicht Leistungsbeurteilung). b) ist falsch: BetrVG verbietet nicht die Erhebung generell. c) ist frei erfunden. d) ist falsch: auch Arbeitgeber dürfen Gesundheitsdaten zweckgebunden verarbeiten. Merke: BGM-Daten gehören ins BGM – nie in die Personalakte!
Frage 4: Ein Sachbearbeiter in einer Behörde hat hohe Arbeitsanforderungen, aber kaum Entscheidungsspielraum. Welches Stressmodell beschreibt diese Konstellation als besonders belastend?
Richtige Antwort: B — Das Anforderungs-Kontroll-Modell nach Karasek
Das Anforderungs-Kontroll-Modell nach Karasek beschreibt, dass hohe Anforderungen bei geringem Handlungsspielraum (high strain) besonders gesundheitsgefährdend sind. Siegrist (a) fokussiert auf das Verhältnis von Verausgabung und Belohnung. Rohmert (c) beschreibt allgemeine Belastungs-Beanspruchungs-Zusammenhänge. Antonovsky (d) erklärt mit dem Kohärenzgefühl, warum Menschen trotz Belastungen gesund bleiben – nicht die Stressentstehung selbst. Merke: Viel Druck, kein Spielraum – das ist high strain nach Karasek!
Frage 5: Der Betriebsrat eines Stahlwerks will den Arbeitsschutz aktiv überwachen. Auf welche spezifische Rechtsgrundlage kann er sich stützen?
Richtige Antwort: B — § 89 BetrVG – Überwachungsrecht des Betriebsrats im Arbeitsschutz
§ 89 BetrVG regelt spezifisch das Überwachungsrecht des Betriebsrats bei Arbeitsschutz und Unfallverhütung. § 87 Abs. 1 Nr. 7 (a) betrifft die Mitbestimmung bei Regelungen zum Gesundheitsschutz, nicht die Überwachung. § 80 Abs. 1 Nr. 1 (c) enthält eine allgemeine Überwachungspflicht für Gesetze, § 89 ist jedoch die spezifische Arbeitsschutznorm. § 3 ArbSchG (d) richtet sich an den Arbeitgeber, nicht den Betriebsrat. Merke: § 89 BetrVG = das spezifische Arbeitsschutz-Überwachungsrecht des Betriebsrats.
Frage 6: Ein Betriebsrat fordert Mitbestimmung bei der Einführung eines betrieblichen Sportprogramms. Der Arbeitgeber lehnt ab. Welche Norm stützt den Betriebsrat?
Richtige Antwort: A — § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG – Mitbestimmung bei Regelungen über Gesundheitsschutz
§ 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG gibt dem Betriebsrat Mitbestimmung bei Regelungen zum Gesundheitsschutz im Rahmen gesetzlicher Vorschriften. Betrieblich organisierte BGF-Maßnahmen wie ein Sportprogramm können darunter fallen, sofern sie der Gesundheitsförderung im Sinne des § 3 ArbSchG dienen. § 89 betrifft die Überwachung, nicht die Mitgestaltung. Nr. 1 und Nr. 10 sind thematisch nicht einschlägig. Merke: § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG = Mitbestimmung bei Gesundheitsschutz – auch bei betrieblich organisierter BGF!
Frage 7: Ein Maschinenbauunternehmen speichert im BGM Gesundheitsdaten aus Mitarbeiterbefragungen. Der Datenschutzbeauftragte prüft die Rechtsgrundlage. Welche Aussage ist korrekt?
Richtige Antwort: A — Gesundheitsdaten sind nach Art. 9 DSGVO besonders geschützt und bedürfen einer ausdrücklichen Einwilligung oder gesetzlichen Grundlage
Art. 9 Abs. 1 DSGVO verbietet die Verarbeitung von Gesundheitsdaten grundsätzlich. Eine Verarbeitung ist nur unter den Ausnahmen des Art. 9 Abs. 2 zulässig, z. B. ausdrückliche Einwilligung. Berechtigtes Interesse (b) reicht bei Gesundheitsdaten nicht. Anonymisierte Daten (c) fallen zwar nicht unter die DSGVO, aber die Aussage ignoriert die Erhebungsphase. Weitergabe ohne Einschränkung (d) verstößt gegen die ärztliche Schweigepflicht. Merke: Gesundheitsdaten = höchste Schutzstufe nach DSGVO Art. 9.
Frage 8: Ein Pflegekonzern speichert im BGM Gesundheitsdaten aus Mitarbeiterbefragungen. Der Datenschutzbeauftragte prüft die Rechtsgrundlage. Was gilt für Gesundheitsdaten nach DSGVO?
Richtige Antwort: B — Gesundheitsdaten sind besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO und bedürfen einer expliziten Einwilligung oder einer anderen Rechtsgrundlage nach Art. 9 Abs. 2
Art. 9 Abs. 1 DSGVO stuft Gesundheitsdaten als besondere Kategorien personenbezogener Daten ein, deren Verarbeitung grundsätzlich untersagt ist. Ausnahmen regelt Art. 9 Abs. 2, z. B. ausdrückliche Einwilligung (lit. a) oder arbeitsrechtliche Pflichten (lit. b). Uneingeschränkte Verarbeitung (a), freie Nutzung personenbezogener Daten (c) und Weitergabe ohne Einwilligung (d) verstoßen gegen die DSGVO. Merke: Gesundheitsdaten = höchste Schutzstufe – Verarbeitung nur mit qualifizierter Rechtsgrundlage.
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