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Geprüfter Industriemeister Kunststoff und Kautschuk (IHK)

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Geprüfter Industriemeister Kunststoff und Kautschuk (IHK)“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung gliedert sich in drei große Prüfungsteile: Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikationen, Handlungsspezifische Qualifikationen sowie ein situationsbezogenes Fachgespräch. Im Bereich der Basisqualifikationen werden Themen wie Rechtsbewusstes Handeln, Betriebswirtschaftliches Handeln, Zusammenarbeit im Betrieb, Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten sowie Methoden der Information, Kommunikation und Planung geprüft. Die handlungsspezifischen Qualifikationen vertiefen das Fachwissen in den Bereichen Verfahrens- und Fertigungstechnik der Kunststoff- und Kautschukverarbeitung, Betriebstechnik und Instandhaltung, Qualitätsmanagement sowie Personalführung und -entwicklung. Dabei spielen Werkstoffkunde, Verarbeitungsverfahren wie Spritzgießen, Extrusion und Blasformen sowie die Steuerung und Überwachung von Produktionsprozessen eine zentrale Rolle. Auch Themen wie Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Kostenrechnung sind fester Bestandteil der Prüfung.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Basisqualifikationen werden ausschließlich schriftlich geprüft und bestehen aus mehreren Klausuren mit einer Bearbeitungszeit von jeweils 60 bis 90 Minuten. Die handlungsspezifischen Qualifikationen umfassen ebenfalls schriftliche Aufgaben in Form von situationsbezogenen Aufgabenstellungen sowie ein abschließendes Fachgespräch von etwa 30 Minuten. In jeder einzelnen Prüfungsleistung musst du mindestens 50 Punkte von 100 möglichen erreichen, um zu bestehen. Die Basisqualifikationen müssen vor den handlungsspezifischen Qualifikationen abgelegt werden, wobei zwischen beiden Prüfungsteilen in der Regel einige Monate liegen.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und erstelle dir einen realistischen Lernplan, der alle Prüfungsbereiche abdeckt. Besonders die werkstoffkundlichen und verfahrenstechnischen Themen erfordern ein tiefes Verständnis – arbeite hier nicht nur mit Zusammenfassungen, sondern versuche, die Zusammenhänge zwischen Werkstoffeigenschaften und Verarbeitungsparametern wirklich zu durchdringen. Nutze alte Prüfungsaufgaben der IHK, um dich mit dem Aufgabenformat und dem geforderten Detailgrad vertraut zu machen, und übe das Fachgespräch mit Lernpartnern, um sicher und strukturiert argumentieren zu können. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit über 500 kostenlosen Übungsfragen gezielt für deine Prüfung trainieren und deinen Wissensstand regelmäßig überprüfen.

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Häufige Prüfungsfragen: Geprüfter Industriemeister Kunststoff und Kautschuk (IHK)

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Beim Spritzgießen von PA6-GF30 treten Silberstreifen (Silver Streaks) an der Bauteiloberfläche auf. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?

Richtige Antwort: B — Restfeuchte im Granulat durch unzureichende Vortrocknung

PA6-GF30 ist stark hygroskopisch und muss vor der Verarbeitung auf <0,1 % Restfeuchte getrocknet werden (ca. 4 h bei 80 °C im Trockenlufttrockner). Restfeuchte verdampft beim Einspritzen und erzeugt typische Silberstreifen (Schlieren). Niedrige Werkzeugtemperatur verursacht matte Oberflächen, nicht Schlieren. Hoher Staudruck erhöht die Scherung, verursacht aber keine Silberstreifen. Überpackung durch Nachdruck führt zu Graten, nicht zu Schlieren. Merksatz: Silberstreifen bei Polyamid – immer zuerst die Trocknung prüfen!

Frage 2: Ein Meister wählt für ein chemikalienbeständiges Dichtungselement einen Werkstoff aus. Welcher Werkstoff ist ein Fluorelastomer mit sehr hoher Chemikalienbeständigkeit?

Richtige Antwort: C — FKM (Fluorkautschuk, z. B. Viton)

FKM (Fluorkautschuk) ist ein Fluorelastomer und zeichnet sich durch hervorragende Beständigkeit gegen Öle, Kraftstoffe, Säuren und viele aggressive Chemikalien aus. Einsatztemperatur bis ca. 200 °C. NBR ist ölbeständig, aber nicht gegen polare Lösemittel und Kraftstoffe mit hohem Aromatengehalt. EPDM ist witterungs- und ozonbeständig, aber nicht ölfest. SBR ist ein Standardelastomer ohne besondere Chemikalienresistenz. Merksatz: FKM – wenn es chemisch aggressiv wird, führt kein Weg am Fluor vorbei.

Frage 3: Ein Meister vergleicht PA6 und PA66 für ein Motorlagerbauteil. Worin liegt der wesentliche Unterschied beim Wasseraufnahmeverhalten?

Richtige Antwort: B — PA6 nimmt mehr Wasser auf als PA66 und zeigt stärkere Dimensionsänderungen

PA6 hat eine höhere Wasseraufnahme als PA66, was zu stärkeren Dimensionsänderungen und Eigenschaftsveränderungen führt. Der Unterschied liegt in der höheren Kristallinität von PA66, die den Wasserzutritt in die amorphen Bereiche stärker begrenzt. Beide PA-Typen nehmen Wasser auf, keiner ist wasserbeständig. Für maßkritische Teile ist PA66 daher oft besser geeignet. Merksatz: PA66 – höhere Kristallinität, weniger Wasseraufnahme, bessere Maßhaltigkeit.

Frage 4: Ein Meister plant die Schichtbesetzung neu. Ein Mitarbeiter fordert Teilzeit nach §8 TzBfG. Wann kann der Arbeitgeber ablehnen?

Richtige Antwort: B — Wenn betriebliche Gründe der Verringerung entgegenstehen

§8 TzBfG: Arbeitnehmer können nach 6 Monaten Beschäftigung Teilzeit verlangen. Der Arbeitgeber kann den Wunsch nur ablehnen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen (z.B. Organisation, Sicherheit, unverhältnismäßige Kosten). Antwort a) beschreibt eine fehlende Anspruchsvoraussetzung, nicht einen Ablehnungsgrund. BR-Zustimmung und Tarifvertrag sind keine Voraussetzungen. Merksatz: Teilzeitwunsch kann nur durch betriebliche Gründe abgelehnt werden.

Frage 5: Ein Mitarbeiter verlässt nach 10 Jahren den Kunststoffbetrieb und fordert ein Arbeitszeugnis. Welchen Anspruch hat er nach GewO?

Richtige Antwort: B — Ein qualifiziertes Zeugnis mit Leistungs- und Verhaltensbeurteilung

Nach §109 Abs. 1 S. 3 GewO kann jeder Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein qualifiziertes Zeugnis verlangen, das neben Art und Dauer auch Leistung und Verhalten beurteilt. Dieser Anspruch besteht unabhängig vom Trennungsgrund. Ein einfaches Zeugnis (nur Art und Dauer) genügt nur, wenn der Arbeitnehmer kein qualifiziertes verlangt. Merksatz: Wer ein qualifiziertes Zeugnis fordert, bekommt es – unabhängig vom Trennungsgrund.

Frage 6: Ein Mitarbeiter entwickelt in der Arbeitszeit eine neuartige Werkzeugentlüftung. Wem gehört die Erfindung nach ArbNErfG?

Richtige Antwort: B — Dem Arbeitgeber nach Inanspruchnahme der Diensterfindung

Nach ArbNErfG §6 gehen die Rechte an einer Diensterfindung auf den Arbeitgeber über (seit 2009 automatisch, sofern der AG nicht innerhalb von 4 Monaten freigibt). Der Mitarbeiter hat Anspruch auf angemessene Vergütung (§9). Freie Erfindungen gehören dem Arbeitnehmer. (a) irrt, da bei Diensterfindungen kein uneingeschränktes Recht des AN besteht. Merksatz: Diensterfindung = Arbeitgeber erhält Rechte, Erfinder erhält Vergütung.

Frage 7: Bei einer Routineinspektion stellen Sie fest, dass Sicherheitsdatenblätter für als Gefahrstoff eingestufte Masterbatch-Farbkonzentrate fehlen. Welche Rechtsfolge droht?

Richtige Antwort: B — Ein Bußgeld nach GefStoffV, da Sicherheitsdatenblätter bereitgehalten werden müssen

§6 GefStoffV verpflichtet den Arbeitgeber, Sicherheitsdatenblätter für alle Gefahrstoffe zugänglich zu halten. Verstöße können nach §22 GefStoffV mit Bußgeld geahndet werden. a) unterschätzt die Rechtsfolge, c) ist falsch – viele Masterbatches enthalten kennzeichnungspflichtige Stoffe, d) ist unverhältnismäßig bei diesem Einzelverstoß. Merksatz: Kein Gefahrstoff ohne SDB – Verstoß kostet Bußgeld nach GefStoffV.

Frage 8: Sie führen einen Ringversuch mit drei Laboren zur Zugfestigkeit eines GF-verstärkten PA66 durch. Die Ergebnisse weichen stark ab. Welche Maßnahme klärt die Ursache am systematischsten?

Richtige Antwort: C — Prüfbedingungen vergleichen: Probengeometrie, Konditionierung, Prüfgeschwindigkeit und Klimabedingungen

Abweichungen im Ringversuch erfordern eine systematische Analyse der Prüfbedingungen nach DIN EN ISO 527. Probengeometrie, Konditionierung (PA ist feuchteempfindlich!), Prüfgeschwindigkeit und Klima beeinflussen die Ergebnisse. a) beseitigt nicht die Ursache. b) ist unwissenschaftlich. d) kaschiert den Fehler. Merksatz: Ringversuch-Abweichung = Prüfbedingungen systematisch vergleichen, nicht Ergebnisse mitteln!

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