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Gebäudeenergieberater (HWK)

Prüfungsvorbereitung für angehende Gebäudeenergieberater – energetische Bewertung, Sanierung & Energieausweise.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Gebäudeenergieberater (HWK)“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung deckt ein breites Spektrum an Themen rund um die energetische Bewertung und Sanierung von Gebäuden ab. Zu den zentralen Inhalten gehören die Grundlagen der Bauphysik, insbesondere Wärme- und Feuchteschutz, sowie die Berechnung des Energiebedarfs nach den Verfahren des GEG. Du musst die verschiedenen Heizsysteme, die Nutzung erneuerbarer Energien und die Anlagentechnik für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung verstehen und bewerten können.

Weitere Schwerpunkte sind die energetische Bewertung der Gebäudehülle, die Erstellung von Energieausweisen (Bedarfs- und Verbrauchsausweis) sowie die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Sanierungsmaßnahmen. Auch rechtliche Rahmenbedingungen wie das GEG, die aktuelle Förderlandschaft und die Anforderungen an die Energieberatung spielen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus wird geprüft, ob du individuelle Sanierungsfahrpläne (iSFP) erstellen und Kunden kompetent zu energetischen Modernisierungsmaßnahmen beraten kannst.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Prüfung besteht in der Regel aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Im schriftlichen Teil bearbeitest du Aufgaben zu den theoretischen Grundlagen und führst Berechnungen durch – dieser Teil dauert je nach Handwerkskammer zwischen drei und vier Stunden. Der praktische Teil umfasst häufig die Erstellung eines Energieberatungsberichts oder eines Energieausweises anhand eines Beispielgebäudes sowie ein Fachgespräch, in dem du deine Ergebnisse präsentierst und Fragen der Prüfer beantwortest. Zum Bestehen musst du in allen Prüfungsteilen mindestens ausreichende Leistungen erzielen, wobei die genauen Bestehensregelungen von der jeweiligen Handwerkskammer festgelegt werden.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und arbeite die Lehrgangsinhalte systematisch durch. Lege besonderen Wert auf die Berechnungsverfahren nach GEG, da diese in der Prüfung einen großen Anteil ausmachen. Übe die Erstellung von Energieausweisen und Sanierungsfahrplänen anhand konkreter Beispielgebäude, um Routine zu entwickeln. Mache dich mit den aktuellen Förderprogrammen von KfW und BAFA vertraut und halte dich über Änderungen in der Gesetzgebung auf dem Laufenden. Tausche dich mit anderen Kursteilnehmern aus und bilde Lerngruppen, um komplexe Themen gemeinsam zu erarbeiten. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.

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Häufige Prüfungsfragen: Gebäudeenergieberater (HWK)

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Eigentümer beantragt BEG-Förderung für eine neue Wärmepumpe im Bestand. Er fragt nach dem Klimageschwindigkeitsbonus. Wann wird dieser gewährt?

Richtige Antwort: B — Beim Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung (Öl, Gas, Kohle) oder einer Nachtspeicherheizung gegen eine förderfähige EE-Heizung

Der BEG-Klimageschwindigkeitsbonus (20 %) wird gewährt, wenn eine funktionstüchtige fossile Heizung (Öl, Gas, Kohle) oder eine Nachtspeicherheizung durch eine förderfähige EE-Heizung ersetzt wird. Für fossile Heizungen gilt keine Altersgrenze – entscheidend ist der fossile Brennstoff. a) ist falsch – Hüllendämmung ist keine Voraussetzung. c) ist falsch – er gilt für alle förderfähigen EE-Heizungen. d) ist falsch – der iSFP gibt einen separaten Bonus (5 %). Merksatz: 'Raus mit Fossil, rein mit EE – Klimabonus als Belohnung.'

Frage 2: Bei der Wartung einer Gas-Brennwerttherme messen Sie eine Rücklauftemperatur von 55 °C. Der Kunde klagt über hohe Gaskosten. Was ist Ihre Einschätzung?

Richtige Antwort: B — Die Rücklauftemperatur ist zu hoch – der Brennwerteffekt wird kaum genutzt

Brennwertnutzung erfordert Rücklauftemperaturen deutlich unter dem Abgas-Taupunkt von ca. 57 °C (Erdgas), idealerweise unter 45 °C für gute Kondensation. Bei 55 °C liegt der Rücklauf nur knapp unter dem Taupunkt – es kondensiert kaum Wasserdampf, der Brennwerteffekt ist minimal. a) ist falsch – 55 °C ist viel zu hoch für effektiven Brennwertbetrieb. c) ist falsch – der Rücklauf ist entscheidend für die Kondensation. d) ist frei erfunden. Merksatz: 'Je kälter der Rücklauf, desto mehr Brennwertgewinn.'

Frage 3: Sie prüfen eine Außenwand mit Kerndämmung im Bestand. Die Hohlschicht ist nur 4 cm breit. Welchen maximalen U-Wert können Sie mit WLG 035 erreichen?

Richtige Antwort: B — Ca. 0,50 W/(m²K), abhängig vom vorhandenen Mauerwerk

Bei 4 cm Kerndämmung (λ=0,035) ergibt sich R_Dämmung = 0,04/0,035 = 1,14 m²K/W. Zusammen mit typischem zweischaligem Mauerwerk (z.B. 24 cm HLz + 11,5 cm Klinker) und Übergangswiderständen liegt R_ges bei ca. 1,9–2,1 m²K/W, also U ≈ 0,50 W/(m²K). A ist zu pessimistisch – auch 4 cm Kerndämmung verbessern deutlich. C ist unrealistisch optimistisch für nur 4 cm. D ignoriert den Gesamtaufbau. Merksatz: Kerndämmung verbessert spürbar, aber die Hohlschichtdicke begrenzt das Ergebnis.

Frage 4: Bei der Begehung eines Bestandsgebäudes stellen Sie fest, dass die Dampfbremse der Dachkonstruktion beschädigt ist. Welche Gefahr besteht?

Richtige Antwort: B — Feuchtwarme Raumluft strömt konvektiv in die Konstruktion und kondensiert – Schimmel- und Fäulnisgefahr

Eine beschädigte Dampfbremse lässt feuchtwarme Raumluft konvektiv in die Konstruktion eindringen. Dort kühlt sie ab, Feuchtigkeit kondensiert – es drohen Schimmel, Fäulnis und Bauschäden. A ist falsch – Dampfbremsen dämmen nicht. C ist Unsinn. D übertreibt den Effekt auf den U-Wert. Der Hauptmechanismus bei Leckagen ist Konvektion, nicht Diffusion – daher ist konvektiver Feuchteeintrag die größte Gefahr. Merksatz: Dampfbremse defekt = Feuchte in der Konstruktion = Bauschaden!

Frage 5: Sie planen eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit WRG im Neubau. Der Bauherr fragt nach dem Mindest-Wärmerückgewinnungsgrad. Was fordert das GEG?

Richtige Antwort: B — Mindestens 75 % Wärmerückgewinnungsgrad

Das GEG setzt im Referenzgebäude (Anlage 1) einen Wärmebereitstellungsgrad von 75 % für Lüftungsanlagen mit WRG an. Dieser Wert gilt als Mindeststandard, um die Anforderungen des Referenzgebäudeverfahrens einzuhalten. A (50 %) ist zu niedrig, C (90 %) wird nur von Premium-Geräten erreicht und ist nicht gefordert. D ist falsch: das GEG definiert über das Referenzgebäude klare Vorgaben. Merksatz: WRG-Mindestgrad nach GEG = 75 % – Dreiviertel der Wärme zurückgewinnen.

Frage 6: Bei der Sanierung eines MFH (Bj. 1968) soll die oberste Geschossdecke gedämmt werden. Der Eigentümer fragt, ob er dazu verpflichtet ist. Was gilt nach GEG?

Richtige Antwort: C — Die oberste begehbare Geschossdecke muss nach GEG gedämmt sein, wenn sie nicht den Mindestwärmeschutz erfüllt – unabhängig vom Eigentümerwechsel

Nach § 47 GEG müssen oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen gedämmt werden (U ≤ 0,24 W/(m²K)), wenn sie nicht den Mindestwärmeschutz erfüllen. Die Frist lief 2015 ab. Bei MFH gilt dies unabhängig vom Eigentümerwechsel (Ausnahme nur für selbstgenutzte Ein-/Zweifamilienhäuser). A falsch – gilt auch für Bestand. B trifft nur auf EFH/ZFH zu. D falsch – gerade unbeheizt löst Pflicht aus. Merksatz: Decke oben offen? Dämmen ist Pflicht – kein Hoffen!

Frage 7: Bei einer Heizungsmodernisierung prüfen Sie die bestehende Verrohrung. Der Bauherr fragt, was Einrohr- von Zweirohrheizungen unterscheidet. Was ist korrekt?

Richtige Antwort: B — Bei Einrohrsystemen durchströmt das Heizwasser die Heizkörper in Reihe, die Temperatur sinkt zum letzten Heizkörper

Beim Einrohrsystem sind die Heizkörper in Reihe geschaltet (Ringleitung). Das Wasser kühlt sich an jedem Heizkörper ab, sodass der letzte das kühlste Wasser erhält. a) ist falsch – es gibt Vor- und Rücklauf, aber in einer geschlossenen Ringleitung. c) ist falsch – Einrohrsysteme haben höhere Verluste durch ständige Umwälzung. d) ist falsch – auch Einrohrsysteme benötigen einen hydraulischen Abgleich. Merksatz: Einrohr = Reihenschaltung mit Temperaturgefälle!

Frage 8: Sie berechnen den U-Wert eines Flachdachs. Welchen Einfluss hat eine Gefälledämmung mit variabler Dicke auf die U-Wert-Berechnung nach DIN EN ISO 6946?

Richtige Antwort: C — Es wird ein korrigierter U-Wert über die Methode der oberen und unteren Grenzwerte des Wärmedurchlasswiderstands berechnet

Nach DIN EN ISO 6946 wird bei keilförmiger Dämmung (Gefälledämmung) der U-Wert über die Methode der oberen und unteren Grenzwerte des Wärmedurchlasswiderstands ermittelt. Der resultierende U-Wert ist höher als bei gleichmäßiger Dämmung gleicher Mitteldicke, da dünnere Bereiche überproportional zum Wärmeverlust beitragen. Weder Maximum noch Minimum noch einfacher Mittelwert sind korrekt. Merksatz: Gefälledämmung – die dünne Stelle bestimmt die Schwäche!

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