Geprüfter Industriemeister Elektrotechnik (IHK)
Vorbereitung auf die IHK-Prüfung zum Industriemeister Elektrotechnik – Technik, Führung & Recht.
📋 Beschreibung
Was ist die Prüfung „Geprüfter Industriemeister Elektrotechnik (IHK)“?
Prüfungsinhalte und Themen
Die Prüfung gliedert sich in drei große Prüfungsteile: den fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationsteil, den handlungsspezifischen Qualifikationsteil sowie den Berufs- und arbeitspädagogischen Teil (AdA). Im Basisqualifikationsteil werden die Bereiche Rechtsbewusstes Handeln, Betriebswirtschaftliches Handeln, Zusammenarbeit im Betrieb, Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten sowie Methoden der Information, Kommunikation und Planung geprüft.
Der handlungsspezifische Teil umfasst die Handlungsbereiche Technik, Organisation und Führung und Personal. Im Bereich Technik stehen elektrotechnische Systeme und Anlagen, deren Planung, Montage, Inbetriebnahme und Instandhaltung im Mittelpunkt. Relevante Normen wie die DIN VDE-Vorschriften sowie Vorschriften zur Arbeitssicherheit und zum Umweltschutz spielen eine wichtige Rolle. Im Bereich Organisation geht es um Betriebsführung, Qualitätsmanagement, Logistik und Kostenrechnung. Der Bereich Führung und Personal behandelt Personalführung, Personalentwicklung sowie Arbeitsrecht. Der berufs- und arbeitspädagogische Teil kann durch eine separat abgelegte AEVO-Prüfung nachgewiesen werden.
Ablauf und Rahmenbedingungen
Die Basisqualifikationen werden in schriftlichen Klausuren geprüft, die jeweils zwischen 90 und 150 Minuten dauern. Der handlungsspezifische Teil besteht aus schriftlichen situationsbezogenen Aufgabenstellungen sowie einem situationsbezogenen Fachgespräch. Die schriftlichen Prüfungen im handlungsspezifischen Teil dauern in der Regel jeweils zwischen 150 und 240 Minuten. Jeder Prüfungsteil muss mit mindestens ausreichenden Leistungen bestanden werden. Nicht bestandene Prüfungsteile können zweimal wiederholt werden. Zwischen der Basisqualifikation und der handlungsspezifischen Prüfung liegt in der Regel ein zeitlicher Abstand, da die Basisqualifikationen vor Beginn der handlungsspezifischen Prüfung bestanden sein müssen.
Tipps zur Vorbereitung
Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und erstelle dir einen realistischen Lernplan, der alle Prüfungsteile abdeckt. Arbeite die Themen systematisch durch und lege besonderen Wert auf die Bereiche, in denen du noch Wissenslücken hast. Nutze Originalprüfungsaufgaben vergangener Jahre, um dich mit dem Aufgabenformat und dem geforderten Niveau vertraut zu machen. Wiederhole regelmäßig bereits gelernten Stoff, damit das Wissen langfristig abrufbar bleibt. Lerngruppen können helfen, schwierige Themen gemeinsam zu erarbeiten und verschiedene Perspektiven einzubringen. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.
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Häufige Prüfungsfragen: Geprüfter Industriemeister Elektrotechnik (IHK)
Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.
Frage 1: Bei der Prüfung einer Mittelspannungsanlage (10 kV) soll ein Kabel vor dem Arbeiten geerdet werden. Der Erdungsstromwandler zeigt kurzzeitig einen Strom an. Was bedeutet das?
Richtige Antwort: B — Das Kabel war kapazitiv geladen und die Restladung fließt über die Erdung ab
VDE 0105-100: Kabel speichern kapazitive Ladung, die beim Erden als kurzzeitiger Stromstoß abfließt. Deshalb sind die 5 Sicherheitsregeln (Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, Erden und Kurzschließen, benachbarte Teile abdecken) zwingend einzuhalten. Induktive Einspeisung wäre dauerhaft, nicht kurzzeitig. Merksatz: Kabel sind Kondensatoren — erst erden, dann anfassen.
Frage 2: Für eine große industrielle Heizungsregelung (ohmsche Last, 20 kW) soll die Leistung oberschwingungsarm geregelt werden. Welches Steuerverfahren wird bei einem Wechselstromsteller bevorzugt eingesetzt?
Richtige Antwort: C — Schwingungspaketsteuerung (Wellenpaketsteuerung)
Leistungselektronik: Bei großen ohmschen Lasten wie Industrieheizungen wird die Schwingungspaketsteuerung bevorzugt, da sie ganze Halbwellen schaltet und so Oberschwingungen minimiert. Phasenanschnitt erzeugt bei großen Heizlasten unnötige Netzrückwirkungen und EMV-Probleme. PWM ist für DC, Frequenzumrichtung für Motoren. Merksatz: Große ohmsche Last + EMV-gerecht → Schwingungspaketsteuerung!
Frage 3: Ihr Betrieb hat einen Angebotspreis von 12.000 € kalkuliert. Der Kunde verlangt 8 % Rabatt und zahlt mit 2 % Skonto. Wie hoch ist der Zahlungseingang?
Richtige Antwort: B — 10.819,20 €
Rechnung: 12.000 € – 8 % Rabatt = 11.040 €. Davon 2 % Skonto = 220,80 €. Zahlungseingang: 11.040 – 220,80 = 10.819,20 €. Alternativ: 12.000 × 0,92 × 0,98 = 10.819,20 €. a addiert Rabatt und Skonto zu 10 % (falsch), c zieht 12 % ab (falsch), d berücksichtigt nur Rabatt ohne Skonto. Merksatz: Erst Rabatt vom Listenpreis, dann Skonto vom Rechnungsbetrag — nacheinander, nicht addieren!
Frage 4: Bei der Inbetriebnahme einer H-Brückenschaltung für einen Gleichstrommotor schalten versehentlich High-Side- und Low-Side-MOSFET derselben Halbbrücke gleichzeitig durch. Was passiert?
Richtige Antwort: B — Es entsteht ein Kurzschluss über die Versorgungsspannung (Shoot-Through)
Wenn High-Side- und Low-Side-FET derselben Halbbrücke gleichzeitig leiten, entsteht ein direkter Kurzschluss (Shoot-Through) von V+ nach GND. Totzeit-Steuerung (Dead-Time) verhindert dies im Normalbetrieb. Antwort a/c beschreiben normale Betriebszustände, d ist falsch — Freilaufdioden schützen nicht vor diesem Fehler. Merksatz: Shoot-Through = beide Schalter einer Halbbrücke gleichzeitig an.
Frage 5: In Ihrer Abteilung sinkt die Motivation nach einer Umstrukturierung. Mehrere Mitarbeiter leisten nur noch Dienst nach Vorschrift. Welches Motivationsmodell erklärt dieses Verhalten am besten?
Richtige Antwort: B — Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie — Hygienefaktoren gestört
Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie: Umstrukturierung stört Hygienefaktoren (Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitsbedingungen). Sind diese unbefriedigt, entsteht Unzufriedenheit — aber keine Motivation durch Gehaltserhöhung allein. Fehler a) zu allgemein, c) wertet Mitarbeiter ab, d) erklärt eher Einzelverhalten. Merksatz: Hygienefaktoren verhindern Unzufriedenheit, Motivatoren schaffen Zufriedenheit.
Frage 6: Ein Meister übernimmt ein Team, das unter dem Vorgänger autoritär geführt wurde. Die Mitarbeiter sind kompetent, zeigen aber keine Eigeninitiative. Welcher Ansatz ist sinnvoll?
Richtige Antwort: B — Schrittweise von kooperativem Stil zu mehr Delegation übergehen und Erfolge verstärken
Situatives Führen nach Hersey/Blanchard. Kompetente, aber unsichere Mitarbeiter (Reifegrad 3) brauchen schrittweise mehr Partizipation. Ein abrupter Wechsel zu Laissez-faire überfordert, autoritäre Fortführung zementiert Passivität. Kooperativ beginnen, dann delegieren, stärkt Vertrauen und Eigenverantwortung. Merksatz: Führungsstil an den Reifegrad anpassen — graduell, nicht radikal.
Frage 7: Sie berechnen den Skineffekt bei einem 95 mm² Kupferkabel bei 50 Hz. Die Eindringtiefe beträgt ca. 9,4 mm. Welche Aussage zum Skineffekt ist korrekt?
Richtige Antwort: B — Der Skineffekt bewirkt, dass der Strom bevorzugt an der Leiteroberfläche fließt
Physikalisches Konzept: Skineffekt/Stromverdrängung. Bei Wechselstrom erzeugt das magnetische Wechselfeld im Leiterinneren Gegenspannungen, die den Strom nach außen drängen. Der effektive Querschnitt sinkt, der Wechselstromwiderstand steigt (nicht der Gleichstromwiderstand). Der Effekt tritt auch bei 50 Hz auf. Merksatz: Je höher die Frequenz, desto dünner die stromdurchflossene Schicht.
Frage 8: Bei Arbeiten in einer Mittelspannungsanlage (10 kV) muss der Annäherungsbereich nach DIN VDE 0105-100 eingehalten werden. Wie groß ist die äußere Grenze der Annäherungszone?
Richtige Antwort: D — 3,0 m
DIN VDE 0105-100 definiert für 10 kV eine äußere Annäherungsgrenze (DV) von 3,0 m. Innerhalb dieser Zone dürfen nur unterwiesene/qualifizierte Personen arbeiten. a) und b) sind keine normgerechten Grenzwerte für 10 kV. c) 1,5 m entspricht dem Abstand DV für qualifizierte Personen bei niedrigeren Spannungen. Merksatz: 10 kV = 3 m Annäherungsgrenze, unbefugte Personen draußen halten!
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