Wirtschaftsinformatiker
Prüfungsvorbereitung für angehende Wirtschaftsinformatiker – IT-Kompetenz trifft Betriebswirtschaft.
📋 Beschreibung
Was ist die Prüfung „Wirtschaftsinformatiker“?
Prüfungsinhalte und Themen
Im Mittelpunkt der Prüfung steht die Fähigkeit, betriebliche Geschäftsprozesse mithilfe von IT-Systemen zu analysieren, zu optimieren und umzusetzen. Du musst Kenntnisse in der betrieblichen IT-Organisation, im Projektmanagement, in der Anforderungsanalyse sowie in der Konzeption und Einführung von IT-Lösungen nachweisen. Weitere Schwerpunkte sind Datenbanksysteme, ERP-Systeme, betriebswirtschaftliche Grundlagen wie Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling sowie Grundzüge des IT-Rechts einschließlich Datenschutz und IT-Sicherheit.
Darüber hinaus werden Themen wie Qualitätsmanagement, Risikomanagement und die Bewertung von IT-Investitionen geprüft. Du solltest in der Lage sein, Fachkonzepte zu erstellen, IT-Architekturen zu bewerten und Lösungsvorschläge sowohl technisch als auch wirtschaftlich zu begründen. Auch Mitarbeiterführung und die Kommunikation zwischen IT-Abteilung und Fachabteilungen spielen eine wichtige Rolle.
Ablauf und Rahmenbedingungen
Die Prüfung besteht aus mehreren Teilen. Im Kern steht eine praxisbezogene Projektarbeit, die du eigenständig durchführst, dokumentierst und anschließend in einer Präsentation vor dem Prüfungsausschuss vorstellst und in einem Fachgespräch verteidigst. Zusätzlich gibt es schriftliche Prüfungsteile, in denen dein Fachwissen in den relevanten Themenbereichen abgefragt wird. Die genauen Modalitäten und zeitlichen Vorgaben legt die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) fest. Zum Bestehen musst du in allen Prüfungsteilen mindestens ausreichende Leistungen erzielen.
Tipps zur Vorbereitung
Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und verschaffe dir zunächst einen Überblick über alle prüfungsrelevanten Themengebiete. Arbeite systematisch die Bereiche Projektmanagement, betriebswirtschaftliche Grundlagen und IT-Systeme durch. Nutze Fachliteratur und aktuelle Fallbeispiele, um die Verbindung zwischen Theorie und Praxis herzustellen. Übe das Erstellen von Fachkonzepten und Projektdokumentationen, da diese Fähigkeiten sowohl in der schriftlichen Prüfung als auch in der Projektarbeit entscheidend sind. Tausche dich mit anderen Prüfungsteilnehmern aus und trainiere das Präsentieren vor Publikum, um für das Fachgespräch sicher aufgestellt zu sein. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.
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Häufige Prüfungsfragen: Wirtschaftsinformatiker
Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.
Frage 1: Das Finanzamt verlangt von einem Händler maschinelle Auswertbarkeit seiner Buchführungsdaten im ERP. Welche Vorschrift regelt dies?
Richtige Antwort: B — GoBD
Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) regeln die Anforderungen an IT-gestützte Buchführung, u.a. maschinelle Auswertbarkeit und Unveränderbarkeit. DSGVO betrifft Datenschutz, ISO 27001 IT-Sicherheit, §238 HGB die allgemeine Buchführungspflicht ohne IT-Detailvorgaben. Merksatz: GoBD = digitale Buchführungsregeln fürs Finanzamt.
Frage 2: Eine Verwaltung will ermitteln, was ein einzelner Verwaltungsvorgang kostet. Welche Methode ordnet Gemeinkosten verursachungsgerecht zu?
Richtige Antwort: B — Prozesskostenrechnung
Die Prozesskostenrechnung verteilt Gemeinkosten anhand tatsächlicher Prozessmengen statt pauschaler Zuschläge. Sie eignet sich besonders für Verwaltung und Dienstleistung. Zuschlagskalkulation nutzt pauschale Sätze, Deckungsbeitragsrechnung verteilt keine Fixkosten, Divisionskalkulation teilt Gesamtkosten durch Stückzahl. Merksatz: Prozesskostenrechnung = Gemeinkosten verursachungsgerecht auf Prozesse verteilen.
Frage 3: Ein Controller berechnet Zuschlagssätze. Materialgemeinkosten: 60.000 €, Fertigungsmaterial: 200.000 €. Wie hoch ist der MGK-Zuschlagssatz?
Richtige Antwort: C — 30 %
MGK-Zuschlagssatz = Materialgemeinkosten / Fertigungsmaterial × 100 = 60.000 / 200.000 × 100 = 30 %. Bezugsbasis sind stets die zugehörigen Einzelkosten, nicht Gesamtkosten. Antwort a (3,33) ergibt sich aus dem Kehrwert 200.000 / 60.000. Antwort d (33,3 %) ist ein typischer Rundungsfehler durch Verwechslung von Bruch und Prozent. Merksatz: GK-Zuschlag = Gemeinkosten / zugehörige Einzelkosten × 100.
Frage 4: Ein Handwerksmeister nutzt seine eigene Werkstatt, zahlt aber keine Miete. In der Kostenrechnung setzt er dennoch einen Mietwert an. Wie heißen solche Kosten?
Richtige Antwort: B — Kalkulatorische Kosten
Kalkulatorische Kosten sind Kosten, denen kein Aufwand oder ein anderer Aufwand gegenübersteht (z.B. kalkulatorische Miete, Unternehmerlohn). Sie gehören zu den kalkulatorischen Zusatzkosten. Opportunitätskosten bewerten entgangene Alternativen und sind ein verwandtes, aber allgemeineres Konzept. Sondereinzelkosten sind auftragsbezogen. Merksatz: Kalkulatorische Kosten = Kosten ohne echte Ausgabe.
Frage 5: Ein Handwerksbetrieb modelliert seine Datenbank. Kundendaten wie Name und Stadt werden redundant in mehreren Tabellen gespeichert. Welche Anomalie droht ohne Normalisierung?
Richtige Antwort: C — Änderungsanomalie
Ohne Normalisierung entstehen Einfüge-, Änderungs- und Löschanomalien durch redundante Datenhaltung. Ändert sich z. B. eine Adresse, muss sie an mehreren Stellen aktualisiert werden – wird eine vergessen, sind die Daten inkonsistent. Phantom Reads und Deadlocks betreffen Transaktionssteuerung, Pufferüberläufe die Programmierung. Merksatz: Anomalien = Symptome fehlender Normalisierung.
Frage 6: Ein Start-up speichert Kundendaten in der Cloud. Nach Art. 17 DSGVO verlangt ein Kunde die Löschung. Wann darf das Unternehmen die Löschung verweigern?
Richtige Antwort: B — Wenn gesetzliche Aufbewahrungspflichten bestehen (z.B. §257 HGB)
Art. 17 Abs. 3 DSGVO erlaubt die Verweigerung bei gesetzlichen Aufbewahrungspflichten (z.B. §257 HGB: 10 Jahre für Buchungsbelege). Interne Analysen reichen nicht. Bei anonymisierten Daten greift die DSGVO gar nicht, daher ist der Löschantrag gegenstandslos – keine Verweigerung im Sinne von Art. 17. Formzwang für den Antrag besteht nicht. Merksatz: Gesetzespflicht schlägt Löschrecht.
Frage 7: Ein Finanzdienstleister speichert biometrische Daten. Nach DSGVO Art. 9 gelten diese als besondere Kategorie personenbezogener Daten. Welche Rechtsgrundlage kommt für die Verarbeitung in Betracht?
Richtige Antwort: B — Ausdrückliche Einwilligung der betroffenen Person
Art. 9 DSGVO verbietet die Verarbeitung besonderer Kategorien (Biometrie, Gesundheit) grundsätzlich. Eine zentrale Ausnahme ist die ausdrückliche Einwilligung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a. Betriebsrat und Geschäftsführung sind keine DSGVO-Rechtsgrundlagen. Meldung an das BSI ist keine Voraussetzung für die Verarbeitung. Merksatz: Besondere Daten = ausdrückliche Einwilligung als Regelfall.
Frage 8: Ein Projektleiter prüft regelmäßig, ob Meilensteine termingerecht erreicht werden. Welches Werkzeug visualisiert Terminverschiebungen über die Projektlaufzeit?
Richtige Antwort: B — Meilenstein-Trendanalyse (MTA)
Die Meilenstein-Trendanalyse zeigt auf einer Zeitachse, wie sich geplante Meilensteintermine über Berichtszeitpunkte verschieben. Steigende Linien signalisieren Verzögerungen. Das Gantt-Diagramm zeigt den Ablaufplan, bildet aber keine Trendentwicklung über mehrere Berichtszeitpunkte ab. Ein Burndown-Chart misst Restaufwand im Sprint. Merksatz: MTA = Termintreue auf einen Blick erkennen.
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