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Wein- und Genussexperte IHK

IHK-Zertifikat für Profis in Weinkunde, Sensorik und gehobener Genusskultur.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Wein- und Genussexperte IHK“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung deckt ein breites Spektrum an Themen ab, die dich zum kompetenten Ansprechpartner rund um Wein und Genuss machen. Zu den zentralen Inhalten gehören Weinbau und Kellerwirtschaft, internationale Anbaugebiete und Rebsorten, Weinrecht und Etikettenkunde sowie die sensorische Bewertung von Weinen. Du lernst, Weine fachgerecht zu beschreiben, zu klassifizieren und Qualitätsunterschiede zu erkennen. Darüber hinaus werden Themen wie Food Pairing – also die harmonische Kombination von Speisen und Weinen –, Serviceregeln und die professionelle Weinberatung geprüft.

Ergänzend stehen weitere Genussmittel wie Schaumweine, Spirituosen, Käse und Feinkost auf dem Programm. Auch betriebswirtschaftliche Aspekte wie Kalkulation, Einkauf und Warenpräsentation können Teil der Prüfung sein. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass du Weinwissen praxisnah anwenden und Kunden oder Gäste kompetent beraten kannst.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Prüfung zum Wein- und Genussexperten IHK besteht in der Regel aus einem schriftlichen Teil, in dem dein theoretisches Fachwissen in Form von Multiple-Choice-Fragen und offenen Aufgaben abgefragt wird. Ergänzend findet häufig eine praktische Prüfungskomponente statt, bei der du deine sensorischen Fähigkeiten unter Beweis stellst – etwa durch eine Blindverkostung, bei der du Rebsorten, Herkunft und Qualitätsmerkmale bestimmen musst. Die Dauer der schriftlichen Prüfung liegt üblicherweise bei 60 bis 90 Minuten. Zum Bestehen musst du in der Regel mindestens 50 Prozent der Gesamtpunktzahl erreichen. Die genauen Rahmenbedingungen können je nach IHK leicht variieren, weshalb du dich bei deiner zuständigen Kammer über die aktuellen Prüfungsmodalitäten informieren solltest.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne deine Vorbereitung frühzeitig und verschaffe dir zunächst einen Überblick über alle prüfungsrelevanten Themenbereiche. Nutze Fachliteratur zu Weinbau, Rebsorten und internationalen Anbaugebieten und arbeite ergänzend mit Weinatlanten und Sensorik-Leitfäden. Trainiere deine Verkostungsfähigkeiten regelmäßig, indem du verschiedene Weine systematisch verkostest und deine Eindrücke schriftlich festhältst. Besuche nach Möglichkeit Weinproben und tausche dich mit anderen Lernenden aus, um unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Übe auch die theoretischen Inhalte mit Prüfungsfragen, um dich an das Frageformat zu gewöhnen und Wissenslücken rechtzeitig zu erkennen. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.

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Häufige Prüfungsfragen: Wein- und Genussexperte IHK

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Kunde fragt, was 'Erzeugerabfüllung' auf einem deutschen Weinetikett bedeutet. Was erklären Sie korrekt?

Richtige Antwort: B — Der Erzeuger hat die Trauben selbst angebaut und den Wein im eigenen Betrieb abgefüllt

Gem. § 39 WeinV bedeutet 'Erzeugerabfüllung', dass der Abfüller die Trauben selbst erzeugt, den Wein bereitet und abgefüllt hat – alles aus einer Hand. Hinweis: Auch Winzergenossenschaften dürfen den Begriff verwenden, wenn ausschließlich Trauben der Mitglieder verarbeitet werden – die Genossenschaft gilt dann als Erzeuger. Antwort c ist jedoch falsch formuliert, da sie den Handelsaspekt betont. Ein Verschnitt aus verschiedenen Anbaugebieten (d) wäre bei Qualitätswein unzulässig. Merksatz: Erzeugerabfüllung = vom Rebstock bis zur Flasche ein Betrieb.

Frage 2: Ein Kunde sucht einen mineralischen Weißwein von vulkanischem Terroir. Welche Inselregion empfehlen Sie als Klassiker?

Richtige Antwort: B — Santorini (Griechenland) mit der Rebsorte Assyrtiko

Santorini ist weltweit bekannt für mineralische Assyrtiko-Weine von vulkanischen Böden. Die einzigartige Korbform-Erziehung (Kouloura) schützt die Reben vor Wind. Sizilien (a) hat zwar Vulkanböden am Ätna, aber dort sind Carricante und Nerello Mascalese die Klassiker, nicht Grillo. Madeira (c) produziert primär Likörweine. Lanzarote (d) ist ebenfalls vulkanisch, aber nicht der international etablierte Klassiker. Merksatz: Assyrtiko + Santorini = der Vulkan-Mineralik-Klassiker.

Frage 3: Ein Stammkunde will 200 Flaschen für ein Firmenevent vorbestellen und verlangt 25 % Rabatt. Ihre Marge beträgt 40 %. Wie bewerten Sie die Anfrage betriebswirtschaftlich?

Richtige Antwort: B — Annehmen – es verbleibt ein positiver Deckungsbeitrag, da der rabattierte VK über dem EK liegt

Bei 40 % Marge gilt: EK = 60 % des VK. Nach 25 % Rabatt beträgt der neue VK 75 % des ursprünglichen VK. Da 75 % > 60 % (EK), bleibt ein positiver Deckungsbeitrag von 15 % des ursprünglichen VK pro Flasche. Die Großbestellung deckt variable Kosten und trägt zu Fixkosten bei. Antwort a ist falsch, weil kein Verlust entsteht. Antwort c ist zu pauschal, Antwort d ist keine betriebswirtschaftliche Begründung. Merksatz: Solange der DB positiv bleibt, lohnt das Geschäft!

Frage 4: Ein Winzer spricht von 'massaler Selektion' bei seinem Spätburgunder. Was beschreibt dieses Verfahren?

Richtige Antwort: A — Vermehrung durch Stecklinge aus den besten Einzelstöcken des eigenen Weinbergs

Massale Selektion bedeutet, dass ein Winzer die besten Rebstöcke seines Weinbergs identifiziert und daraus Stecklinge zur Vermehrung gewinnt. Anders als bei Klonselektion (b) stammt das Material aus dem eigenen Bestand, nicht aus Instituten. Maschinelle Ernteselektion (c) ist ein völlig anderer Vorgang. Kreuzung (d) erzeugt eine neue Sorte, keine Selektion innerhalb einer bestehenden. Merksatz: Massale Selektion = Vielfalt aus dem eigenen Weinberg bewahren.

Frage 5: Ein Gast fragt nach dem Unterschied zwischen Cognac und Armagnac. Welche Aussage ist fachlich korrekt?

Richtige Antwort: A — Cognac wird überwiegend aus Ugni Blanc doppelt in Kupferbrennblasen destilliert, Armagnac meist nur einmal kontinuierlich

Cognac wird typischerweise aus Ugni Blanc in der Charentaiser Brennblase doppelt destilliert (double distillation). Armagnac nutzt traditionell die kontinuierliche Säulendestillation (alambic armagnacais) mit nur einem Brennvorgang. Armagnac hat keine 10-Jahres-Pflicht (b). Colombard ist erlaubt, aber nicht die einzige Sorte für Cognac (c). Armagnac reift in Eichenholzfässern, nicht in Edelstahl (d). Merksatz: Cognac brennt doppelt, Armagnac nur einmal.

Frage 6: Ein Winzer hat seinen Weißwein mit Casein geschönt. Muss er dies auf dem Etikett angeben?

Richtige Antwort: C — Ja, Casein ist als Allergen aus Milch kennzeichnungspflichtig

Gem. EU-VO 2019/33 und Anhang II der VO 1169/2011 sind allergene Schönungsmittel (Milch, Ei) deklarationspflichtig. Der Hinweis 'Enthält Milch' oder das Milch-Piktogramm ist Pflicht, sobald diese Stoffe bei der Schönung eingesetzt werden. Nicht-allergene Mittel wie Bentonit sind nicht betroffen (a falsch). Es gibt keinen gesetzlichen Schwellenwert, unter dem die Deklaration entfällt (d falsch). Merksatz: Milch und Ei im Wein → immer aufs Etikett!

Frage 7: Sie beraten einen Gastronomen bei der Anschaffung von Gläsern. Er fragt, warum Burgundergläser bauchiger sind als Bordeauxgläser. Welche Erklärung ist fachlich korrekt?

Richtige Antwort: A — Die größere Oberfläche lässt mehr Sauerstoff an den Wein und fördert die Aromentfaltung fruchtbetonter Pinot Noirs

Pinot Noir ist aromatisch fein und braucht mehr Luftkontakt zur Entfaltung. Das bauchige Glas bietet eine größere Oberfläche für die Sauerstoffinteraktion und bündelt die Aromen zur Nase. b) ist falsch – Temperatur ist kein Designgrund. c) ist falsch – Tannine werden durch Glasform nicht beeinflusst. d) ist falsch – die Füllmenge ist kein Gestaltungskriterium für Weinglasformen. Merksatz: Großer Bauch = große Bühne für feine Aromen.

Frage 8: Ein Kunde sucht einen trockenen Weißwein aus dem Loire-Tal. Welche Rebsorte ist dort die prägende weiße Leitsorte?

Richtige Antwort: B — Chenin Blanc

Chenin Blanc ist die charakteristische weiße Leitrebsorte der Loire, von trocken (Savennières) bis edelsüß (Vouvray). Auch Sauvignon Blanc ist an der Loire bedeutend (Sancerre, Pouilly-Fumé), doch Chenin Blanc gilt als die Signaturtraube der Region. Viognier (a) prägt die nördliche Rhône. Marsanne (c) gehört ebenfalls ins Rhône-Tal. Grüner Veltliner (d) ist Österreichs Leitsorte. Merksatz: Loire liebt Chenin – in allen Süßegraden.

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