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Projektmanagement (IHK)

IHK-Prüfung für professionelles Planen, Steuern und Abschließen von Projekten.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Projektmanagement (IHK)“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung deckt das gesamte Spektrum des modernen Projektmanagements ab. Zu den zentralen Themen gehören die Projektinitiierung mit Zieldefinition und Stakeholderanalyse, die Projektplanung inklusive Struktur-, Ablauf- und Terminplanung sowie Ressourcen- und Kostenplanung. Ebenso werden Methoden der Projektsteuerung und des Controllings geprüft, darunter Soll-Ist-Vergleiche, Meilenstein-Trendanalysen und Earned-Value-Analysen. Auch Risikomanagement, Qualitätsmanagement und Änderungsmanagement sind feste Bestandteile des Prüfungsstoffs.

Darüber hinaus spielen Führung und Kommunikation im Projektkontext eine wichtige Rolle. Du solltest dich mit Teambildung, Konfliktmanagement, Moderation und der Rolle des Projektleiters auskennen. Auch die Unterschiede zwischen klassischen und agilen Projektmanagement-Methoden wie Wasserfall, Scrum und Kanban werden thematisiert. Grundlagen der Aufbau- und Ablauforganisation von Projekten sowie der Projektabschluss mit Dokumentation und Lessons Learned runden das Themenspektrum ab.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Prüfung besteht in der Regel aus einem schriftlichen Teil, in dem du offene Fragen, Fallstudien und Multiple-Choice-Aufgaben bearbeitest. Je nach IHK kann zusätzlich eine Projektarbeit oder eine kurze mündliche Präsentation verlangt werden, in der du ein Praxisprojekt vorstellst und Fragen des Prüfungsausschusses beantwortest. Die schriftliche Prüfung dauert üblicherweise zwischen 60 und 90 Minuten. Zum Bestehen musst du in der Regel mindestens 50 Prozent der erreichbaren Punkte erzielen. Die genauen Modalitäten können je nach zuständiger IHK leicht variieren, weshalb du dich vorab bei deiner regionalen Kammer über die konkreten Rahmenbedingungen informieren solltest.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne deine Vorbereitung frühzeitig und arbeite die Themengebiete systematisch durch, anstatt alles auf einmal lernen zu wollen. Nutze praxisnahe Fallbeispiele, um die theoretischen Methoden und Werkzeuge besser zu verinnerlichen – abstraktes Wissen allein reicht in der Prüfung oft nicht aus. Erstelle dir Übersichten zu den wichtigsten Begriffen, Formeln und Methoden, damit du sie schnell abrufen kannst. Besonders hilfreich ist es, Übungsaufgaben unter realistischen Prüfungsbedingungen zu lösen, um ein Gefühl für das Zeitmanagement und die Fragestellungen zu entwickeln. Tausche dich mit anderen Prüfungsteilnehmern aus und bilde Lerngruppen, um unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.

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Häufige Prüfungsfragen: Projektmanagement (IHK)

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Windenergie-Projekt nutzt Ressourcennivellierung. Ein Ingenieur ist in KW 12 für drei Vorgänge gleichzeitig eingeplant. Was bewirkt die Nivellierung?

Richtige Antwort: B — Vorgänge werden zeitlich verschoben, um die Ressourcenüberlastung aufzulösen – ggf. verlängert sich die Projektdauer

Ressourcennivellierung (DIN 69901, PMBOK: Resource Leveling) löst Ressourcenüberlastungen auf, indem Vorgänge zeitlich verschoben werden. Dabei kann sich die Projektdauer verlängern, da auch Vorgänge auf dem kritischen Pfad betroffen sein können. Im Unterschied dazu nutzt die Ressourcenglättung (Resource Smoothing) nur vorhandene Puffer und verändert die Projektdauer nicht. (a) ignoriert die Kapazitätsgrenze, (c) ist falsch – die Dauer bleibt gleich oder steigt, (d) beschreibt Ressourcenaufstockung. Merke: Nivellierung löst Überlastung durch zeitliches Verschieben – Dauer kann steigen. Glättung nutzt nur Puffer – Dauer bleibt stabil.

Frage 2: Ein Produktteam schätzt Kosten eines neuartigen Prototyps. Keine Vergleichsprojekte existieren. Welche Schätzmethode ist am geeignetsten?

Richtige Antwort: C — Bottom-up-Schätzung auf Arbeitspaketebene

Ohne Vergleichsprojekte scheidet Analogie aus. Parametrische Modelle brauchen historische Daten. Bottom-up ist aufwendig, aber bei Neuartigkeit am genauesten, da jedes AP einzeln geschätzt wird. PERT ist eine Schätztechnik zur Berücksichtigung von Unsicherheit, die innerhalb jeder Methode angewandt werden kann, aber keine eigenständige Kostenmethode. Laut PMBOK ist Bottom-up die genaueste Methode. Merke: Kein Vergleich vorhanden? Bottom-up liefert die zuverlässigste Kostenschätzung.

Frage 3: Ein Ressourcenplan zeigt, dass ein Spezialist in KW 12 für drei Projekte gleichzeitig mit insgesamt 150% Kapazität eingeplant ist. Wie heißt das Verfahren zur Lösung?

Richtige Antwort: B — Ressourcennivellierung

Ressourcennivellierung (Resource Leveling, PMBOK, DIN 69901) löst Ressourcenüberlastungen, indem Vorgänge zeitlich verschoben oder gestreckt werden, um Kapazitätsgrenzen einzuhalten – dabei kann sich ggf. auch die Projektdauer verlängern. Kostenglättung betrifft Zahlungsströme, Meilensteinplanung definiert Ecktermine, Kapazitätseskalation ist kein PM-Fachbegriff. Merke: Nivellierung = Glätten der Ressourcenauslastung – Überlastungen beseitigen, Kapazitätsgrenzen einhalten!

Frage 4: Ein Konzern bewertet und priorisiert alle laufenden und geplanten Projekte nach strategischem Nutzen. Welcher Begriff beschreibt diese Gesamtheit?

Richtige Antwort: B — Projektportfolio

Ein Projektportfolio (DIN 69909) umfasst alle Projekte einer Organisation, die gemeinsam nach strategischen Kriterien priorisiert werden. Ein Programm (a) bündelt nur inhaltlich verwandte Projekte. Multiprojektmanagement (c) ist die übergreifende Managementdisziplin, nicht der Sammelbegriff für die Projekte selbst. Projektlandkarte (d) ist ein Visualisierungswerkzeug, kein Strukturbegriff. Merke: Portfolio = strategische Gesamtsicht aller Projekte einer Organisation.

Frage 5: Ein Softwareprojekt zeigt im Statusbericht: SPI=1,0 und CPI=0,75. Welche Aussage beschreibt die Lage korrekt?

Richtige Antwort: A — Das Projekt liegt im Zeitplan, aber die Kosten liegen ca. 33% über Plan

SPI=1,0 bedeutet termingerecht (EV=PV). CPI=0,75 bedeutet: Für jeden geplanten Euro wurden nur 0,75€ Leistung erbracht – die tatsächlichen Kosten (AC) liegen über dem Earned Value. Rechnerisch: AC = EV / 0,75 = 1,33 × EV, also ca. 33% Kostenüberschreitung. CPI<1 = Kostenüberschreitung, SPI=1 = pünktlich (PMBOK, Earned Value). Merke: CPI<1 = teurer als geplant, SPI=1 = pünktlich. Die Kostenüberschreitung berechnet sich als (1/CPI − 1) × 100%.

Frage 6: Eine Projektleiterin identifiziert das Risiko eines Lieferantenausfalls bei einem Produktentwicklungsprojekt. Sie schließt eine Ausfallversicherung ab. Welche Strategie nutzt sie?

Richtige Antwort: C — Risikoübertragung – die finanziellen Folgen werden auf Dritte verlagert

Nach ISO 21500 und PMBOK ist Risikoübertragung das Verlagern finanzieller Konsequenzen auf Dritte, z.B. durch Versicherungen oder Vertragsklauseln. Vermeidung würde bedeuten, die Risikoursache zu eliminieren, z.B. durch Eigenproduktion statt Fremdbezug. Verminderung würde z.B. einen Zweitlieferanten aufbauen. Akzeptanz wäre bewusstes Untätigbleiben. Merke: Versicherung = Risikoübertragung – das Risiko bleibt, aber ein anderer trägt den Schaden.

Frage 7: Ein Maschinenbau-Projekt nutzt ein Gantt-Diagramm. Die Leiterin sieht, dass zwei Vorgänge zeitlich überlappen. Was zeigt das Gantt-Diagramm NICHT direkt an?

Richtige Antwort: C — Den kritischen Pfad mit Pufferzeiten

Das Gantt-Diagramm (Balkenplan nach DIN 69900) zeigt Vorgänge als Balken auf einer Zeitachse mit Dauer, Start-/Endterminen und Überlappungen. Der kritische Pfad mit Pufferzeiten ist jedoch eine Information aus der Netzplantechnik und wird im Standard-Gantt nicht direkt dargestellt. Manche Tools ergänzen dies, es gehört aber nicht zur Grunddarstellung. Merke: Gantt zeigt WANN und WIE LANGE – für Puffer und kritischen Pfad braucht man den Netzplan!

Frage 8: Ein Controller darf den Fortschritt eines laufenden Arbeitspakets nur als 0% oder 100% melden, obwohl es zu 60% fertig ist. Welche Methode der Fortschrittsmessung wendet er an?

Richtige Antwort: B — 0/100-Methode

Die 0/100-Methode (Earned-Value-Analyse, PMBOK) erkennt Fortschritt erst bei vollständiger Fertigstellung an – vorher gilt 0%. Sie ist konservativ und verhindert Überbewertung. Bei der 50/50-Methode werden bei Beginn 50% angerechnet. Die proportionale Methode schätzt den tatsächlichen %-Grad. Die Meilensteinmethode misst an definierten Ereignissen. Merke: 0/100 ist die strengste Methode – nur fertig zählt, fast fertig ist noch null.

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