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Geprüfter Technischer Fachwirt (IHK)

Prüfungsvorbereitung Geprüfter Technischer Fachwirt IHK – kaufmännische und technische Führungskompetenz

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Geprüfter Technischer Fachwirt (IHK)“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung gliedert sich in drei große Prüfungsteile: den wirtschaftsbezogenen Teil, den technischen Teil sowie den fächerübergreifenden Teil. Im wirtschaftsbezogenen Qualifikationsbereich werden Themen wie Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Steuern sowie Unternehmensführung geprüft. Du musst hier betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und auf praktische Fragestellungen anwenden können.

Der technische Qualifikungsbereich umfasst die Bereiche Naturwissenschaftliche und technische Grundlagen, Technische Kommunikation und Werkstofftechnologie, Fertigungs- und Betriebstechnik sowie Informations- und Kommunikationstechniken. Im fächerübergreifenden Teil mit situationsbezogener Aufgabenstellung werden beide Bereiche zusammengeführt. Hier musst du komplexe betriebliche Situationen analysieren und Lösungsvorschläge erarbeiten, die sowohl technische als auch kaufmännische Aspekte berücksichtigen. Die Absatzwirtschaft, das Projektmanagement sowie Führung und Zusammenarbeit spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Prüfung wird schriftlich und mündlich durchgeführt. Der wirtschaftsbezogene und der technische Teil bestehen jeweils aus mehreren schriftlichen Klausuren, die in der Regel zwischen 60 und 240 Minuten dauern. Der fächerübergreifende Teil umfasst eine schriftliche situationsbezogene Aufgabenstellung sowie ein situationsbezogenes Fachgespräch von etwa 30 Minuten. Die einzelnen Prüfungsteile können zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgelegt werden, wobei der fächerübergreifende Teil erst nach Bestehen der beiden anderen Teile absolviert werden darf. Jeder Prüfungsteil muss mit mindestens ausreichenden Leistungen bestanden werden. Nicht bestandene Prüfungsteile können zweimal wiederholt werden.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne deine Vorbereitung frühzeitig und erstelle dir einen strukturierten Lernplan, der alle drei Prüfungsteile abdeckt. Da die Prüfung sowohl technische als auch kaufmännische Kompetenzen verlangt, solltest du deine Schwächen ehrlich analysieren und dort gezielt mehr Zeit investieren. Arbeite intensiv mit praxisnahen Fallstudien und Übungsaufgaben, denn gerade der fächerübergreifende Teil verlangt vernetztes Denken. Nutze Lerngruppen, um komplexe Themen zu diskutieren und verschiedene Lösungsansätze kennenzulernen. Wiederhole regelmäßig die Grundlagen in Rechnungswesen und Fertigungstechnik, da diese Bereiche besonders häufig geprüft werden. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.

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Häufige Prüfungsfragen: Geprüfter Technischer Fachwirt (IHK)

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Qualitätsmanager führt eine Prozess-FMEA für eine neue Schweißnaht durch. Die RPZ ergibt 180. Ab welchem Schwellenwert gilt in der betrieblichen Praxis üblicherweise sofortiger Handlungsbedarf?

Richtige Antwort: C — RPZ > 125

In der betrieblichen Praxis und IHK-Lehrmeinung gilt: RPZ > 125 erfordert sofortige Maßnahmen zur Risikominimierung (Skala 1–1000). RPZ 180 > 125, also besteht Handlungsbedarf. A ist zu niedrig und würde fast alle Risiken erfassen. B ist ein verbreiteter Irrtum (häufig als Aufmerksamkeitsschwelle genannt). D wäre zu hoch und übersieht kritische Risiken. Hinweis: Die neuere AIAG/VDA-FMEA ersetzt RPZ durch Aufgabenpriorität (AP), in der IHK-Prüfung ist RPZ > 125 jedoch Standard. Merksatz: RPZ über 125 = sofort handeln.

Frage 2: Ein IT-Leiter will Datenübertragungen im Firmennetz auf Manipulation prüfen. Jede Datei erhält einen eindeutigen Fingerabdruck. Welches Verfahren erzeugt diesen?

Richtige Antwort: B — Hash-Funktion

Hash-Funktionen (z. B. SHA-256) erzeugen einen eindeutigen Prüfwert (Fingerabdruck) fester Länge. Jede Änderung der Datei verändert den Hash. Symmetrische Verschlüsselung schützt Vertraulichkeit, nicht Integrität. Eine digitale Signatur nutzt zwar Hashes, erzeugt aber den Fingerabdruck nicht selbst – sie bestätigt zusätzlich die Identität des Absenders. Firewall-Filterung prüft Netzwerkverkehr, keine Dateiinhalte. Merksatz: Hash = digitaler Fingerabdruck zur Integritätsprüfung.

Frage 3: Ein Abteilungsleiter stellt fest, dass ein Mitarbeiter seit 6 Monaten krank ist. Er will das Arbeitsverhältnis beenden. Welche Kündigungsart kommt in Betracht?

Richtige Antwort: B — Personenbedingte Kündigung

§ 1 KSchG: Langzeiterkrankung fällt unter personenbedingte Kündigung, da der Grund in der Person (Gesundheitszustand) liegt. Voraussetzungen: negative Gesundheitsprognose, erhebliche betriebliche Beeinträchtigung und Interessenabwägung. a) setzt schuldhaftes Fehlverhalten voraus, c) erfordert dringende betriebliche Erfordernisse, d) erfordert einen wichtigen Grund nach § 626 BGB. Merksatz: Krankheit = personenbedingt, nicht verhaltensbedingt!

Frage 4: Ein QM-Leiter analysiert Reklamationen. Ein Bauteil versagt im Feld. Er will systematisch Fehlerursachen, -folgen und Risiken bewerten, um künftige Ausfälle zu vermeiden. Welche Methode?

Richtige Antwort: B — FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse)

FMEA bewertet systematisch Fehlerursachen, -folgen und Risiken mittels Risikoprioritätszahl (RPZ). Sie kann sowohl präventiv als auch nach Feldausfällen zur systematischen Risikobewertung eingesetzt werden. Ishikawa (a) sammelt Ursachen, bewertet aber kein Risiko. Pareto (c) priorisiert nach Häufigkeit. Regelkarten (d) überwachen laufende Prozesse. Merksatz: FMEA = Fehler systematisch bewerten – Ursache × Bedeutung × Entdeckung = RPZ.

Frage 5: Ein Fertigungsleiter will Rüstzeiten analysieren. Welche Methode unterscheidet systematisch zwischen internem und externem Rüsten?

Richtige Antwort: A — SMED (Single Minute Exchange of Die)

SMED nach Shigeo Shingo trennt internes Rüsten (Maschine steht) von externem Rüsten (Maschine läuft) und wandelt systematisch internes in externes Rüsten um. b) TPM fokussiert auf Anlagenverfügbarkeit und vorbeugende Instandhaltung, c) 5S auf Arbeitsplatzorganisation, d) Wertstromanalyse auf den gesamten Materialfluss. Ziel: Rüstzeit unter 10 Minuten (single minute = einstellig). Merksatz: SMED = intern nach extern verlagern!

Frage 6: Ein Einzelhändler verkauft Waren auf Ziel. Der Kunde zahlt nicht fristgerecht. Ab wann gerät er nach BGB automatisch in Verzug?

Richtige Antwort: B — 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung

§ 286 Abs. 3 BGB: Ein Schuldner gerät spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug – ohne Mahnung. Bei Verbrauchern gilt dies nur, wenn in der Rechnung auf diese Folge hingewiesen wurde. Sofort (a) ist zu früh, Mahnung (c) ist nur nötig, wenn kein Hinweis erfolgte. 14 Tage (d) ist keine gesetzliche Frist. Merksatz: 30 Tage nach Fälligkeit + Rechnungszugang = automatischer Verzug.

Frage 7: Ein Chemieunternehmen kalkuliert ein Nebenprodukt. Die Gemeinkosten werden über Maschinenstunden verrechnet. Welches Verfahren der Kostenrechnung liegt vor?

Richtige Antwort: B — Zuschlagskalkulation

Bei der Zuschlagskalkulation werden Gemeinkosten über Zuschlagssätze (hier Maschinenstunden als Bezugsgröße) auf Kostenträger verrechnet. Divisionskalkulation teilt Gesamtkosten durch Stückzahl (Massenfertigung). Äquivalenzziffern gelten für Sortenfertigung. Prozesskostenrechnung verrechnet über Prozessmengen. Merksatz: Zuschlagskalkulation = Gemeinkosten über Bezugsgrößen zuschlagen.

Frage 8: Ein IT-Leiter plant die Einführung einer zentralen Benutzerverwaltung. Welcher Verzeichnisdienst ist der Standard in Windows-Netzwerken?

Richtige Antwort: B — Active Directory

Active Directory (AD) ist der Standard-Verzeichnisdienst von Microsoft für zentrale Benutzer-, Gruppen- und Rechteverwaltung in Windows-Netzwerken. OpenLDAP (A) ist ein Open-Source-Verzeichnisdienst, aber kein Windows-Standard. DNS (C) löst Domainnamen auf, verwaltet keine Benutzer. SNMP (D) dient der Netzwerküberwachung. Merksatz: Active Directory = zentrale Identitätsverwaltung in Windows.

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