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Geprüfter Fachwirt für Marketing (IHK)

IHK-Aufstiegsfortbildung für Marketingfachkräfte mit Führungsambitionen.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Geprüfter Fachwirt für Marketing (IHK)“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung deckt ein breites Spektrum an Marketingthemen ab, das sowohl strategische als auch operative Aspekte umfasst. Im Bereich Marketingplanung und -steuerung geht es um Marktanalysen, Zielgruppenbestimmung, Wettbewerbsstrategien und die Entwicklung von Marketingkonzepten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Marketingkommunikation, also der Planung und Umsetzung von Kommunikationsmaßnahmen über verschiedene Kanäle hinweg, einschließlich digitaler Medien. Darüber hinaus werden betriebswirtschaftliche Grundlagen geprüft, darunter Budgetierung, Controlling und rechtliche Rahmenbedingungen im Marketing. Auch Themen wie Markenmanagement, Produktpolitik, Preisgestaltung und Vertriebssteuerung sind fester Bestandteil. Ergänzend wird Wissen zur Personalführung und Mitarbeiterentwicklung im Marketingteam abgefragt, da der Abschluss auf Führungsaufgaben vorbereitet.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Der schriftliche Teil besteht aus mehreren Klausuren, in denen komplexe Aufgabenstellungen und Fallstudien aus der Marketingpraxis bearbeitet werden. Die Bearbeitungszeiten variieren je nach Prüfungsteil und betragen in der Regel mehrere Stunden pro Klausur. Der mündliche Teil umfasst eine Präsentation und ein anschließendes Fachgespräch, in dem du ein selbst gewähltes oder vorgegebenes Marketingthema vor dem Prüfungsausschuss darlegst. Zum Bestehen musst du in jedem Prüfungsteil mindestens 50 Punkte erreichen.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und erstelle dir einen realistischen Lernplan, der alle Prüfungsbereiche abdeckt. Arbeite intensiv mit praxisnahen Fallstudien, denn die Prüfung verlangt nicht nur theoretisches Wissen, sondern vor allem die Fähigkeit, Marketingkonzepte auf konkrete Situationen anzuwenden. Achte besonders darauf, aktuelle Entwicklungen im digitalen Marketing und in der Marktforschung im Blick zu behalten, da diese Themen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Für den mündlichen Teil solltest du deine Präsentationstechnik üben und dich darauf vorbereiten, deine Entscheidungen fachlich zu begründen. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit über 500 kostenlosen Übungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen überprüfen.

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Häufige Prüfungsfragen: Geprüfter Fachwirt für Marketing (IHK)

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Onlineshop sendet personalisierte Werbe-E-Mails an Bestandskunden. Welche Rechtsgrundlage der DSGVO ist hierfür am ehesten einschlägig?

Richtige Antwort: A — Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO

Werbe-E-Mails erfordern grundsätzlich eine ausdrückliche Einwilligung (Art. 6 I lit. a DSGVO, ergänzt durch § 7 II Nr. 3 UWG). Zwar erlaubt § 7 III UWG unter engen Voraussetzungen Bestandskundenwerbung ohne Einwilligung, doch im Regelfall – und insbesondere bei personalisierten Werbe-E-Mails – bleibt die Einwilligung die sicherste und prüfungsrelevante Rechtsgrundlage. Vertragserfüllung deckt nur vertragsnötige Verarbeitung, nicht Werbung. Merksatz: Werbung per E-Mail = Einwilligung ist Pflicht.

Frage 2: Ein Luxusuhrenhersteller verkauft seine Produkte in Deutschland ausschließlich über je einen autorisierten Fachhändler pro Großstadt. Welche Vertriebsstrategie verfolgt er?

Richtige Antwort: C — Exklusiver Vertrieb

Exklusiver Vertrieb liegt vor, wenn der Hersteller nur einem oder sehr wenigen ausgewählten Handelspartnern pro Region das Recht einräumt, seine Produkte zu vertreiben. Selektiver Vertrieb wählt zwar Händler aus, lässt aber mehrere pro Region zu. Intensiver Vertrieb strebt maximale Erhältlichkeit an. Indirekter Vertrieb beschreibt lediglich die Einschaltung von Handelsstufen, nicht den Grad der Selektion. Merksatz: Exklusiv = ein Händler pro Gebiet, maximale Kontrolle über den Absatzweg.

Frage 3: Ein Schokoladenhersteller verkauft drei Tafelgrößen: 100 g für 1,49 €, 200 g für 2,49 € und 300 g für 2,99 €. Welche preispolitische Methode wird angewandt?

Richtige Antwort: B — Preislinienpolitik (Preisleiter)

Bei der Preislinienpolitik werden verschiedene Varianten eines Produkts zu gestaffelten Preisstufen angeboten, um unterschiedliche Zahlungsbereitschaften abzuschöpfen. Preisdifferenzierung nach Menge liegt vor, wenn beim Kauf mehrerer gleicher Einheiten ein Rabatt gewährt wird – hier handelt es sich jedoch um eigenständige Produktvarianten. Penetration zielt auf niedrige Einführungspreise. Merksatz: Verschiedene Produktvarianten zu gestaffelten Preisen = Preisleiter.

Frage 4: Ein Marktforschungsinstitut führt monatlich eine Mehrthemenumfrage durch, in die verschiedene Auftraggeber jeweils eigene Fragenblöcke einbuchen. Die Stichprobe wird jede Welle neu gezogen. Welche Erhebungsform liegt vor?

Richtige Antwort: C — Omnibusumfrage

Eine Omnibusumfrage ist eine regelmäßig durchgeführte Mehrthemenbefragung, in die verschiedene Auftraggeber eigene Fragen einbuchen und sich die Erhebungskosten teilen. Die Stichprobe wird je Welle neu gezogen. Beim Panel bleibt dieselbe Stichprobe und dasselbe Thema über die Zeit konstant. Ad-hoc-Studien sind einmalig, Delphi befragt Experten in iterativen Runden. Merksatz: Omnibus = Mehrthemenbus – verschiedene Auftraggeber, wechselnde Fragen, geteilte Kosten.

Frage 5: Ein SaaS-Unternehmen gibt 500.000 € für Marketing aus und gewinnt 2.500 Neukunden. 400 davon kündigen im ersten Jahr. Wie hoch ist die Kundenabwanderungsrate (Churn Rate)?

Richtige Antwort: B — 16 %

Die Churn Rate berechnet sich: verlorene Kunden / Gesamtkunden × 100 = 400 / 2.500 × 100 = 16 %. Die 5 % entstünden bei Verwechslung mit einem falschen Divisor. 20 % ergäbe sich, wenn man fälschlich nur die verbleibenden 2.100 Kunden als Basis nähme (400/2.000). 84 % ist der Anteil der verbliebenen Kunden. Die Marketingkosten sind für die Churn Rate irrelevant. Merksatz: Churn Rate = Abwanderer geteilt durch Bestand – sie misst Kundenverlust, nicht Kosten.

Frage 6: Ein Abteilungsleiter im Marketing gibt seinem Team völlige Freiheit bei Projekten, setzt keine klaren Regeln und lässt die Mitarbeiter ohne Anleitung arbeiten. Welcher Führungsstil liegt vor?

Richtige Antwort: C — Laissez-faire-Führungsstil

Beim Laissez-faire-Stil (nach Lewin) überlässt die Führungskraft Entscheidungen weitgehend dem Team, gibt kaum Strukturen vor und verzichtet auf aktive Steuerung. Autoritär (a) bedeutet alleinige Entscheidung durch den Vorgesetzten. Kooperativ (b) bezieht Mitarbeiter ein, behält aber Steuerung. Delegativ (d) überträgt klar definierte Aufgaben mit Verantwortung und kontrolliert Ergebnisse. Merksatz: Laissez-faire = laufen lassen ohne Leitplanken.

Frage 7: Ein Online-Shop versendet personalisierte Werbe-E-Mails an Neukunden-Interessenten, ohne dass diese vorher ausdrücklich eingewilligt haben. Gegen welche Vorschrift verstößt er primär?

Richtige Antwort: C — UWG i. V. m. DSGVO – fehlende Einwilligung

Werbe-E-Mails ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung (Opt-in) verstoßen gegen § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG (unzumutbare Belästigung) und gegen Art. 6 DSGVO (fehlende Rechtsgrundlage). Hinweis: Für Bestandskunden existiert unter engen Voraussetzungen eine Ausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG, die hier aber nicht greift. PAngV regelt Preisauszeichnung, MarkenG den Markenschutz. Merksatz: Keine Werbemail ohne Opt-in – UWG und DSGVO schützen den Empfänger!

Frage 8: Ein Online-Shop verschickt einen personalisierten Newsletter mit Rabattcodes an Interessenten, die über Social Media auf die Website gelangt sind. Vor dem Versand muss er eine Rechtsvorschrift beachten. Welche?

Richtige Antwort: A — Vorherige Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO für E-Mail-Werbung

E-Mail-Werbung an Interessenten ohne bestehende Kundenbeziehung erfordert nach DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. a eine vorherige ausdrückliche Einwilligung (Opt-in). Die Bestandskundenausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG greift hier nicht, da keine Kundenbeziehung besteht. Rabattaktionen sind weder im HGB eintragungspflichtig noch IHK- oder kartellrechtlich genehmigungspflichtig. Merksatz: Ohne Opt-in kein Newsletter – DSGVO gilt immer bei Erstansprache.

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