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Fachwirt im Gastgewerbe IHK

Aufstiegsfortbildung für Fach- und Führungskräfte in Hotellerie und Gastronomie.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung zum Fachwirt im Gastgewerbe IHK?

Prüfungsinhalte

Die Prüfung gliedert sich in zwei Handlungsbereiche. Im ersten Bereich — Wirtschaftsbezogene Qualifikationen — werden die Grundlagen geprüft: Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Steuern sowie Unternehmensführung. Im zweiten Bereich — Handlungsfeldspezifische Qualifikationen — geht es um die branchenspezifischen Themen: Gäste beraten, Dienstleistungen entwickeln und vermarkten, gastronomische und hoteltypische Leistungsprozesse planen und steuern, Personalmanagement, Beschaffung und Lagerwirtschaft sowie Qualitätsmanagement und Hygienevorschriften. Du solltest dich also sowohl mit klassischen BWL-Themen als auch mit den operativen Abläufen in gastgewerblichen Betrieben intensiv auseinandersetzen.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Prüfung wird von den Industrie- und Handelskammern durchgeführt und besteht aus schriftlichen Klausuren in beiden Handlungsbereichen. Die wirtschaftsbezogenen Qualifikationen werden in mehreren Teilklausuren geprüft, ebenso die handlungsfeldspezifischen Qualifikationen. Zusätzlich gibt es eine mündliche Prüfung, die in der Regel eine Präsentation und ein situationsbezogenes Fachgespräch umfasst. Jeder Prüfungsteil muss mit mindestens ausreichenden Leistungen bestanden werden. Zur Prüfung zugelassen wirst du in der Regel mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Gastgewerbe und anschließender Berufspraxis oder mit entsprechender mehrjähriger Berufserfahrung. Die Anmeldung erfolgt direkt bei deiner zuständigen IHK, wo du auch die aktuellen Prüfungsgebühren und Termine erfährst. Viele Teilnehmer nutzen Vorbereitungslehrgänge, die oft über Aufstiegs-BAföG gefördert werden können.

Tipps für deine Vorbereitung

Erstelle dir frühzeitig einen Lernplan, der beide Handlungsbereiche abdeckt, und plane ausreichend Zeit für die wirtschaftsbezogenen Grundlagen ein — gerade Rechnungswesen und Recht empfinden viele Kandidaten als besonders anspruchsvoll. Arbeite konsequent mit alten Prüfungsaufgaben, um ein Gefühl für die Fragestellungen und das geforderte Niveau zu bekommen. Verknüpfe die theoretischen Inhalte mit deiner Berufspraxis: Wenn du Personalplanung oder Kalkulation aus deinem Arbeitsalltag kennst, fällt dir der Transfer in der Prüfung deutlich leichter. Bilde Lerngruppen mit anderen Teilnehmern, um komplexe Themen gemeinsam zu durchdringen und verschiedene Perspektiven kennenzulernen. Auf deinePruefung.de kannst du kostenlos mit über 500 Übungsfragen trainieren — ohne Anmeldung und ohne Kosten.

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Häufige Prüfungsfragen: Fachwirt im Gastgewerbe IHK

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Gastwirt will in seinem Restaurant einen separaten Raucherraum für Gäste einrichten. Welche Voraussetzung ist dabei zentral?

Richtige Antwort: A — Der Raum muss baulich vollständig abgetrennt und separat belüftet sein

Die meisten Landesnichtraucherschutzgesetze verlangen für Raucherräume in Gaststätten eine vollständige bauliche Abtrennung mit eigener Belüftung, damit Nichtrauchende geschützt werden. Hinweis: Die Regelungen variieren je nach Bundesland – in Bayern gilt z. B. ein absolutes Rauchverbot in Gaststätten ohne Ausnahme für Nebenräume. In der IHK-Prüfung wird die allgemeine Anforderung (bauliche Trennung + Belüftung) abgefragt. b) reicht nicht aus, c) stimmt als pauschale Aussage nicht, da mehrere Länder abgetrennte Nebenräume zulassen, d) ist keine gesetzliche Vorgabe. Merksatz: Raucherraum = komplett abgetrennt + eigene Lüftung, keine halben Sachen.

Frage 2: In einer Großküche der Gemeinschaftsverpflegung lagert ein Mitarbeiter frische Ware vor ältere Bestände. Welches Prinzip wird hier verletzt?

Richtige Antwort: B — Das FIFO-Prinzip

Das FIFO-Prinzip (First In – First Out) verlangt, dass zuerst eingelagerte Ware zuerst entnommen wird, um Verderb zu vermeiden. Neue Ware muss daher hinten eingeräumt werden, damit ältere Bestände vorne stehen und zuerst gegriffen werden. Wird frische Ware vor die ältere gestellt, wird die ältere Ware übergangen und kann verderben. LIFO (Last In – First Out) gilt nicht für verderbliche Waren. Kanban ist ein Nachschubsystem, Niederstwert ein Bilanzierungsprinzip. Merksatz: FIFO – was zuerst kam, geht zuerst raus.

Frage 3: Ein Restaurantbetreiber mit Lieferservice muss die Umsatzsteuer für Januar abführen. Umsatz Speisen Außer-Haus-Verkauf (Lieferung): 20.000 € netto, Getränke vor Ort: 10.000 € netto. Wie hoch ist die USt-Zahllast (ohne Vorsteuer)?

Richtige Antwort: A — 1.400 € + 1.900 € = 3.300 €

Gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG i. V. m. Anlage 2 gilt für Speisen im Außer-Haus-Verkauf (Lieferung, Mitnahme) der ermäßigte Steuersatz von 7 %: 20.000 × 0,07 = 1.400 €. Getränke unterliegen stets dem Regelsteuersatz von 19 %: 10.000 × 0,19 = 1.900 €. Summe: 3.300 €. Wichtig: Speisen zum Verzehr vor Ort unterliegen seit 01.01.2024 wieder 19 %; die Ermäßigung gilt nur für Außer-Haus-Verkauf. Merksatz: Außer-Haus-Speisen = 7 %, Getränke immer 19 %.

Frage 4: Ein Restaurantbetreiber beantragt erstmals eine Gaststättenerlaubnis. Welche Behörde ist nach GastG für die Erteilung zuständig?

Richtige Antwort: B — Das zuständige Ordnungsamt bzw. Gewerbeamt der Gemeinde

Nach dem Gaststättengesetz (GastG) wird die Gaststättenerlaubnis von der zuständigen Behörde erteilt – je nach Bundesland ist das in der Regel das Ordnungsamt oder Gewerbeamt der Gemeinde. Die IHK berät, erteilt aber keine Konzessionen. Das Gesundheitsamt prüft hygienische Voraussetzungen, entscheidet aber nicht über die Erlaubnis. Die BG ist für die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Merksatz: Konzession kommt vom Ordnungsamt der Gemeinde.

Frage 5: Ein neuer Servicemitarbeiter ist hochmotiviert, aber noch unerfahren. Welcher Führungsstil ist nach dem Reifegradmodell von Hersey/Blanchard angemessen?

Richtige Antwort: C — Argumentieren – Entscheidungen erklären und überzeugen

Nach Hersey/Blanchard richtet sich der Führungsstil nach dem Reifegrad. Bei hoher Motivation, aber geringer Kompetenz (M2) ist Selling/Argumentieren richtig: Der Vorgesetzte erklärt Entscheidungen und überzeugt, gibt aber noch klare Richtung vor. Unterweisen (S1) gilt für M1 (geringe Kompetenz UND geringe Motivation). Delegieren passt nur bei hoher Kompetenz UND Motivation (M4). Merksatz: Können niedrig + Wollen hoch = Überzeugen/Argumentieren (S2).

Frage 6: Ein Koch meldet sich nach einer Magen-Darm-Erkrankung zurück. Wann darf er laut IfSG frühestens wieder mit Lebensmitteln arbeiten?

Richtige Antwort: C — Erst nach ärztlichem Nachweis der Symptomfreiheit gemäß §42/§43 IfSG

§42 IfSG verbietet Personen mit bestimmten Erkrankungen (z. B. infektiöser Gastroenteritis) den Umgang mit Lebensmitteln (Tätigkeitsverbot). Die Wiederbeschäftigung setzt voraus, dass die Symptome abgeklungen sind und dies ärztlich bestätigt wird. Bloße Wartezeiten oder das Ende der AU-Bescheinigung reichen nicht aus. Der Arbeitgeber trägt die Verantwortung gemäß §43 Abs. 5 IfSG. Merksatz: Nach Magen-Darm – erst Attest, dann Küche.

Frage 7: Ein Hotelgast reklamiert nach dem Aufenthalt eine defekte Klimaanlage im Zimmer. Er verlangt Minderung des Zimmerpreises. Auf welche Rechtsgrundlage kann er sich stützen?

Richtige Antwort: A — § 536 BGB – Mietminderung wegen Sachmangel

Rechtsgrundlage: § 536 BGB (Mietminderung). Der Beherbergungsvertrag enthält mietrechtliche Elemente. Bei Mängeln der Unterkunft (hier: defekte Klimaanlage) kann der Gast den Preis mindern (§ 536 BGB). § 437 BGB betrifft Kaufverträge, nicht Beherbergung. § 812 BGB greift nur bei fehlendem Rechtsgrund. § 280 BGB regelt Schadensersatz, nicht Minderung. Merksatz: Hotelzimmer = Miete auf Zeit – Mängel mindern den Preis nach § 536 BGB.

Frage 8: Ein Restaurant stellt auf Induktionsherde um. Der Betriebsleiter fragt, ob die Gefährdungsbeurteilung aktualisiert werden muss. Wie ist die Rechtslage?

Richtige Antwort: C — Ja, bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsbedingungen ist eine Aktualisierung Pflicht

Nach § 5 ArbSchG i. V. m. § 3 BetrSichV muss die Gefährdungsbeurteilung bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsbedingungen aktualisiert werden. Neue Geräte verändern Gefährdungen (z. B. Magnetfelder bei Induktion, verändertes Verbrennungsrisiko). Eine starre 5-Jahres-Frist existiert nicht. Reaktives Handeln erst nach einem Unfall widerspricht dem Präventionsgedanken des ArbSchG. Merksatz: Neue Technik = neue Gefährdungsbeurteilung.

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