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Staatlich geprüfter Techniker Maschinentechnik

Weiterbildungsprüfung für Fachkräfte im Maschinenbau – Konstruktion, Fertigung & Betriebstechnik.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Staatlich geprüfter Techniker Maschinentechnik“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung deckt ein breites Spektrum an technischen und fachübergreifenden Themen ab. Im fachrichtungsbezogenen Bereich stehen Konstruktionstechnik, Fertigungstechnik, Automatisierungstechnik und Instandhaltung im Mittelpunkt. Du musst fundierte Kenntnisse in technischer Mechanik, Werkstofftechnik, Maschinenelemente und Steuerungstechnik nachweisen. Auch die computergestützte Konstruktion (CAD) und moderne Fertigungsverfahren wie CNC-Technik gehören zu den Kernthemen.

Darüber hinaus werden fachübergreifende Fächer geprüft, darunter Mathematik, Physik, Betriebswirtschaftslehre, Projektmanagement und Qualitätsmanagement. Je nach Bundesland und Fachschule können zusätzliche Schwerpunkte wie Produktionsplanung, Energietechnik oder Betriebsmittelkonstruktion hinzukommen. Ein wichtiger Bestandteil ist außerdem die Projektarbeit, bei der du eine praxisnahe Aufgabenstellung eigenständig bearbeitest und dokumentierst.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die Abschlussprüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Die schriftlichen Prüfungen erstrecken sich über mehrere Tage und umfassen in der Regel die Kernfächer Konstruktion, Fertigung, Mathematik und je nach Schwerpunkt weitere Fachgebiete. Die Bearbeitungszeit pro Klausur beträgt meist zwischen zwei und vier Stunden. Im Anschluss findet eine mündliche Prüfung statt, in der du dein Fachwissen vor einem Prüfungsausschuss vertiefend unter Beweis stellst. Zusätzlich musst du eine Projektarbeit anfertigen und präsentieren, die eine reale technische Problemstellung behandelt. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsteile mindestens mit der Note „ausreichend“ abgeschlossen werden. Mit dem erfolgreichen Abschluss erwirbst du gleichzeitig die Fachhochschulreife sowie die Ausbildereignung nach AEVO.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne frühzeitig mit der Prüfungsvorbereitung und erstelle dir einen strukturierten Lernplan, der alle relevanten Fächer abdeckt. Konzentriere dich besonders auf die Kernfächer Konstruktion, Fertigung und Mathematik, da diese in der schriftlichen Prüfung am stärksten gewichtet werden. Arbeite regelmäßig mit alten Prüfungsaufgaben, um dich an das Format und den Schwierigkeitsgrad zu gewöhnen. Nutze Lerngruppen, um komplexe Themen gemeinsam zu erarbeiten und Wissenslücken zu schließen. Achte darauf, dass du nicht nur theoretisches Wissen aufbaust, sondern auch praktische Berechnungen und Konstruktionsaufgaben sicher beherrschst. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.

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Häufige Prüfungsfragen: Staatlich geprüfter Techniker Maschinentechnik

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Monteur soll eine Welle mit Passung h6 in eine Bohrung H7 fügen. Die Welle lässt sich nicht einschieben. Was ist die wahrscheinlichste Ursache?

Richtige Antwort: B — Die Welle hat Übermaß durch Fertigungstoleranz außerhalb h6

H7/h6 ist eine Spielpassung (Gleitsitz nach DIN 7157). Das Mindestspiel beträgt 0, es tritt aber kein Übermaß auf. Lässt sich die Welle nicht fügen, liegt die Welle außerhalb der h6-Toleranz (oberes Abmaß überschritten). a) falsch: H7/h6 ist keine Presspassung. c) falsch: Bei Mindestspiel = 0 kann sich die Paarung in der Praxis schwer fügen (Verschmutzung, Grate), ‚immer Spiel' ist zu vereinfacht. d) falsch: zu große Bohrung würde das Fügen erleichtern. Merksatz: Großbuchstabe = Bohrung, Kleinbuchstabe = Welle – H7/h6 ist der Gleitsitz.

Frage 2: Nach einem wesentlichen Maschinenumbau fehlt die CE-Kennzeichnung. Der Betreiber will die Maschine sofort nutzen. Was ist rechtlich korrekt?

Richtige Antwort: C — Betrieb verboten – bei wesentlicher Veränderung wird der Betreiber zum Hersteller und muss ein Konformitätsbewertungsverfahren durchführen

Nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG gilt: Bei wesentlicher Veränderung wird der Betreiber zum Hersteller. Er muss ein vollständiges Konformitätsbewertungsverfahren durchführen, CE-Kennzeichnung anbringen und Konformitätserklärung ausstellen. Ohne CE ist der Betrieb nach BetrSichV unzulässig. a) Eine Gefährdungsbeurteilung allein ersetzt das CE-Verfahren nicht. b) Die BG kann kein CE-Verfahren ersetzen. d) Einweisung und Schichtbuch sind keine Rechtsgrundlage. Merksatz: Wesentlicher Umbau = neuer Hersteller = neues CE-Verfahren!

Frage 3: Beim CNC-Drehen von Inconel 718 verschleißt die Wendeplatte extrem schnell. Standzeit unter 5 min. Welche Maßnahme ist am wirksamsten?

Richtige Antwort: A — Schnittgeschwindigkeit auf 20–40 m/min senken und beschichtete Hartmetall-Wendeplatte mit Hochdruckkühlung einsetzen

Nickelbasislegierungen wie Inconel 718 haben extrem niedrige Wärmeleitfähigkeit. Nach Tooling-Empfehlungen sind vc = 20–40 m/min mit beschichteten Hartmetall-Wendeplatten (z. B. PVD-TiAlN) und Hochdruckkühlung zielführend. Keramik-Wendeplatten eignen sich erst bei höheren Schnittgeschwindigkeiten (200+ m/min). Hoher Vorschub oder große Schnitttiefe erhöhen Wärme und Verschleiß. Trockenschnitt ist bei Inconel kontraproduktiv. Merksatz: Inconel = langsam schneiden, Hartmetall beschichtet, Hochdruckkühlung!

Frage 4: Beim Vergüten von 42CrMo4 wird nach dem Härten bei 560 °C angelassen. Welches Gefüge entsteht nach dem Anlassen?

Richtige Antwort: A — Vergütungsgefüge (angelassener Martensit mit feinen Karbiden)

Vergüten = Härten + Anlassen bei 450–650 °C. Beim Anlassen diffundiert Kohlenstoff aus dem tetragonal verzerrten Martensit, es bilden sich feine Sonderkarbide (Fe₃C und legierte Karbide). Ergebnis: hohe Festigkeit bei guter Zähigkeit. Reiner Martensit liegt nur nach dem Härten vor. Perlit entsteht bei langsamer Abkühlung aus dem Austenitgebiet. Bainit bei isothermer Umwandlung. Merksatz: Vergüten = Härte + Zähigkeit durch angelassenen Martensit!

Frage 5: Ein Qualitätsprüfer soll die Oberflächenhärte eines einsatzgehärteten Zahnrads (Randschicht 0,8 mm) messen. Welches Härteprüfverfahren ist geeignet?

Richtige Antwort: B — Vickers HV 0,5 – geringe Prüfkraft für dünne Randschichten geeignet

Bei dünnen Einsatzhärteschichten (<1 mm) muss die Eindringtiefe gering bleiben, um nur die Randschicht zu prüfen (DIN EN ISO 6507). HV 0,5 (Mikrohärte) dringt nur wenige µm ein. HRC dringt ~0,2 mm tief – bei 0,8 mm Schicht zu nah an der Grenze (Faustregel: Schichtdicke ≥10× Eindringtiefe). Brinell erzeugt mit großer Kugel einen zu tiefen Eindruck. Shore ist für Kunststoffe. Merksatz: Dünne Schicht → kleine Last → Vickers Mikrohärte.

Frage 6: Bei der Ultraschallprüfung einer Schweißnaht zeigt das A-Bild ein deutliches Zwischenecho vor dem Rückwandecho. Was bedeutet das?

Richtige Antwort: B — Es liegt eine Innenfehlstelle (z. B. Pore oder Bindefehler) vor

Ein Zwischenecho im A-Bild der Ultraschallprüfung (DIN EN ISO 17640) zeigt eine Reflexionsstelle im Werkstückinneren – typisch für Poren, Lunker oder Bindefehler. a) falsch: niedrige Frequenz verringert Auflösung, erzeugt kein Zwischenecho. c) falsch: Rauheit beeinflusst Ankopplung, nicht Zwischenechos. d) falsch: dann wäre das Rückwandecho früher, aber kein Extra-Echo. Merksatz: Zwischenecho = Innenfehler, Rückwandecho = Werkstückende.

Frage 7: Eine SPS-gesteuerte Hydraulikpresse zeigt sporadische Fehler: Der Pressenstößel fährt manchmal nicht auf Endposition. Drucksensor und Ventil sind intakt. Was prüft man zuerst?

Richtige Antwort: B — Das Wegmesssystem und die Signalleitung auf Störungen prüfen

Sporadische Positionsfehler bei intaktem Drucksensor und Ventil deuten auf fehlerhafte Wegerfassung oder gestörte Signalübertragung (EMV, Kabelbruch). b) ist die systematische Erstdiagnose. a) falsch: SPS-Batterie betrifft Datenpufferung, nicht sporadische Fehler. c) falsch: Öltausch behebt keine Positionierprobleme. d) falsch: unverhältnismäßig ohne Diagnose. Merksatz: Sporadische Positionsfehler → Sensorik und Signalweg zuerst prüfen.

Frage 8: Beim Konstruieren einer Biegebalken-Traverse aus S355 tritt die maximale Biegespannung am Rand auf. Welcher Querschnitt hat bei gleicher Fläche das größte Widerstandsmoment?

Richtige Antwort: C — I-Profil (Doppel-T-Träger)

Das Widerstandsmoment Wb=I/e hängt vom Flächenträgheitsmoment und Randabstand ab. Ein I-Profil konzentriert Material weit von der neutralen Faser → maximales Flächenträgheitsmoment bei gleicher Fläche. Kreis und Quadrat verteilen Material gleichmäßig, Dreieck ist ungünstig. Nach Festigkeitslehre gilt: Material weit von der neutralen Faser = höchste Biegesteifigkeit. Merksatz: Biegung liebt Abstand – Material in die Flansche!

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