Fachwirt für Logistiksysteme IHK
IHK-Weiterbildung für Fachkräfte, die Logistikprozesse planen, steuern und optimieren wollen.
📋 Beschreibung
Was ist die Prüfung zum Fachwirt für Logistiksysteme IHK?
Prüfungsinhalte
Die Prüfung gliedert sich in mehrere Handlungsbereiche. Im Bereich Logistische Anforderungen ermitteln, analysieren und bewerten geht es um die Analyse von Warenströmen, Kundenbedürfnissen und Marktentwicklungen. Der Bereich Logistische Lösungen entwickeln und planen umfasst die Konzeption von Transport-, Lager- und Umschlagsprozessen sowie die Auswahl geeigneter Technologien. Unter Logistische Lösungen umsetzen, bewerten und weiterentwickeln fallen Themen wie Qualitätsmanagement, Controlling und kontinuierliche Prozessoptimierung. Der Handlungsbereich Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit behandelt Personalführung, Konfliktmanagement, Moderation und die Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern. Durchgängig spielen betriebswirtschaftliche Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen und Nachhaltigkeitsaspekte eine wichtige Rolle.
Ablauf und Rahmenbedingungen
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil umfasst mehrere Situationsaufgaben, die an praxisnahen Fallbeispielen orientiert sind und an zwei Prüfungstagen bearbeitet werden. Der mündliche Teil beinhaltet eine Präsentation sowie ein darauf aufbauendes Fachgespräch. Zur Prüfung zugelassen wirst du in der Regel mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Bereich Logistik und entsprechender Berufspraxis oder mit mehrjähriger einschlägiger Berufserfahrung. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen findest du in der jeweiligen Prüfungsordnung deiner zuständigen IHK. Dort meldest du dich auch zur Prüfung an und erfährst die aktuellen Prüfungsgebühren. Die Vorbereitung erfolgt häufig über berufsbegleitende Lehrgänge, die zwischen mehreren Monaten und zwei Jahren dauern können.
Tipps für deine Vorbereitung
Beginne frühzeitig mit dem Lernen und erstelle dir einen realistischen Lernplan, der alle Handlungsbereiche abdeckt. Arbeite intensiv mit praxisnahen Fallstudien und Situationsaufgaben, denn genau dieses Format erwartet dich in der Prüfung. Übe das Präsentieren und freie Sprechen gezielt, um im mündlichen Prüfungsteil sicher aufzutreten. Nutze außerdem Übungsfragen, um dein Wissen regelmäßig zu überprüfen und Lücken frühzeitig zu erkennen. Auf deinePruefung.de kannst du kostenlos mit über 500 Übungsfragen trainieren — ohne Anmeldung und ohne Kosten.
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Häufige Prüfungsfragen: Fachwirt für Logistiksysteme IHK
Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.
Frage 1: Ein Logistikunternehmer nutzt sein eigenes Lagergebäude. Der Controller setzt kalkulatorische Miete an, obwohl keine Mietzahlung anfällt. Welche Kostenart liegt vor?
Richtige Antwort: B — Kalkulatorische Zusatzkosten
Kalkulatorische Miete ist eine Zusatzkosten-Art ohne Aufwandsgegenwert in der Finanzbuchhaltung (kein Aufwand, nur Kosten). Sie dient der verursachungsgerechten Kalkulation. Pagatorische Kosten sind ausgabengleich – hier liegt aber keine Ausgabe vor. Variable Einzelkosten ändern sich mit der Ausbringungsmenge. Kalkulatorische Anderskosten haben einen Aufwandsgegenwert in anderer Höhe (z. B. kalkulatorische Abschreibung vs. bilanzielle Abschreibung) – bei kalkulatorischer Miete für Eigengebäude gibt es keinen Aufwand. Merke: Kalkulatorische Zusatzkosten = kein Aufwand in der FiBu, aber betriebswirtschaftlich notwendig für korrekte Kalkulation!
Frage 2: Ein Logistikdienstleister prüft eine Investition in eine Sortieranlage. Welches dynamische Verfahren berücksichtigt den Zeitwert des Geldes durch Abzinsung?
Richtige Antwort: B — Kapitalwertmethode (Net Present Value)
Die Kapitalwertmethode zinst alle künftigen Ein- und Auszahlungen auf t=0 ab und ist ein klassisches dynamisches Verfahren. Die Kostenvergleichs- und Gewinnvergleichsrechnung sind statische Verfahren. Die Amortisationsrechnung existiert zwar auch in einer dynamischen Variante, ist aber kein Verfahren, das primär auf Abzinsung zur Bewertung des Zeitwerts abstellt, sondern auf die Wiedergewinnungsdauer. Grundlage: Investitionsrechnung nach VWL/BWL-Rahmenplan. Merke: Dynamisch heißt abzinsen – Kapitalwert, interner Zinsfuß und Annuität berücksichtigen den Zeitwert des Geldes.
Frage 3: Ein mittelständischer Spediteur will seine Organisationsstruktur von funktionaler Gliederung auf kundenorientierte Sparten umstellen. Welcher Hauptvorteil ergibt sich durch die divisionale Organisation?
Richtige Antwort: B — Eindeutige Ergebnisverantwortung je Geschäftsbereich
Die divisionale Organisation (Spartenorganisation) bildet eigenständige Geschäftsbereiche mit eigener Ergebnisverantwortung. Spezialisierungsvorteile und zentrale Ressourcennutzung sind Stärken der funktionalen Organisation. Flache Hierarchien sind kein spezifisches Merkmal der in den Ablenkern genannten Organisationsformen, sondern ein eigenständiges Strukturprinzip. Nachteil der Sparte: mögliche Doppelfunktionen erhöhen den Personalbedarf. Merke: Sparte = eigener Profit-Center-Gedanke – jeder Bereich trägt sein Ergebnis selbst.
Frage 4: Ein Frachtführer beschädigt beim Transport Elektronikware im Wert von 80.000 €. Das Paketgewicht beträgt 500 kg. Wie hoch ist die gesetzliche Haftungshöchstgrenze nach § 431 HGB?
Richtige Antwort: B — 4.165 € (8,33 SZR × 500 kg)
§ 431 HGB begrenzt die Haftung des Frachtführers auf 8,33 SZR je kg Rohgewicht. Bei 500 kg: 8,33 × 500 = 4.165 SZR (≈ 4.165 € bei vereinfachtem Umrechnungskurs 1 SZR ≈ 1 €; der tatsächliche Kurs schwankt). Voller Warenwert nur bei Vorsatz oder qualifiziertem Verschulden (§ 435 HGB). Die 2,50 €/kg sind ein Fantasiewert als Ablenker. Merke: 8,33 SZR/kg ist die zentrale Haftungsgrenze im Frachtrecht – Absender sollten bei Hochwertgut eine Wertdeklaration abgeben.
Frage 5: Ein Schichtleiter erwartet von einem neuen Mitarbeiter schwache Leistung und kontrolliert ihn ständig. Dieser wird unsicher und macht Fehler. Welcher Effekt liegt vor?
Richtige Antwort: B — Pygmalion-Effekt (selbsterfüllende Prophezeiung)
Der Pygmalion-Effekt beschreibt, dass Erwartungen einer Führungskraft das Verhalten des Mitarbeiters unbewusst beeinflussen – eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Die negative Ausprägung wird auch Golem-Effekt genannt. a) = Überstrahlungseffekt eines Merkmals, c) = Leistungsänderung durch Beobachtung, d) = Selbstüberschätzung bei geringer Kompetenz. Merke: Pygmalion = sich selbst erfüllende Prophezeiung durch Führungserwartung – positiv wie negativ.
Frage 6: Ein Hafenbetreiber misst die Zeit vom Anlegen eines Containerschiffs bis zur vollständigen Entladung. Welche logistische Kennzahl wird hier erfasst?
Richtige Antwort: B — Schiffsliegezeit (Vessel Turnaround Time)
Die Vessel Turnaround Time misst die Gesamtzeit eines Schiffs am Liegeplatz inkl. Entladung und ist eine zentrale Hafenleistungskennzahl. Die Umschlaghäufigkeit bezieht sich auf Gerätezyklen pro Zeiteinheit, nicht auf die Gesamtverweildauer. Der Auslastungsgrad misst die Kapazitätsnutzung des Terminals, die Standzeit die Verweildauer der Container nach Entladung auf dem Yard. Merke: Turnaround Time = Gesamtverweildauer eines Transportmittels am Umschlagpunkt.
Frage 7: Ein Spediteur beauftragt einen Subunternehmer. Dessen Fahrer beschädigt die Ware. Wer haftet primär gegenüber dem Absender?
Richtige Antwort: D — Der Spediteur als Vertragspartner – er haftet für seine Erfüllungsgehilfen nach §§ 461, 428 HGB
Der Spediteur haftet gegenüber dem Absender als dessen Vertragspartner. Gemäß § 461 HGB i.V.m. § 428 HGB muss der Frachtführer für Verschulden der Personen einstehen, derer er sich bei der Ausführung bedient. Bei Fixkostenspedition (§ 459 HGB) gelten Frachtführerrechte und -pflichten direkt. Der Subunternehmer haftet nur im Innenverhältnis (Regress). Merke: Vertragspartner haftet – Delegation befreit nicht von der Haftung gegenüber dem Kunden.
Frage 8: Ein Unternehmen importiert Chemikalien aus China per Seefracht. Bei welcher Incoterms-2020-Klausel enden sowohl die Kosten- als auch die Gefahrtragung des Verkäufers mit dem Verladen der Ware an Bord des Seeschiffs?
Richtige Antwort: C — FOB – Free On Board
Bei FOB (Incoterms 2020) enden sowohl Kosten als auch Risiko des Verkäufers, sobald die Ware an Bord des Schiffes verladen ist. Bei EXW endet beides bereits ab Werk. Bei CIF geht das Risiko zwar ebenfalls bei Verladung über, die Kostentragung des Verkäufers reicht jedoch bis zum Bestimmungshafen (Fracht + Versicherung). Bei DAP trägt der Verkäufer beides bis zum Bestimmungsort. Merke: FOB = Kosten UND Risiko enden gemeinsam an der Schiffsreling!
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