Logistikmeister
IHK-Aufstiegsfortbildung für Führungskräfte in der Logistik – jetzt kostenlos üben!
📋 Beschreibung
Was ist die Prüfung „Logistikmeister“?
Prüfungsinhalte und Themen
Die Prüfung gliedert sich in drei Prüfungsteile: den Grundlegenden Qualifikationen, den Handlungsspezifischen Qualifikationen und den Berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikationen. Im Bereich der Grundlegenden Qualifikationen werden rechtsbewusstes Handeln, betriebswirtschaftliches Handeln, Zusammenarbeit im Betrieb sowie die Anwendung von Methoden der Information, Kommunikation und Planung geprüft. Auch naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten spielen hier eine Rolle.
Die Handlungsspezifischen Qualifikationen bilden den Schwerpunkt der Prüfung und umfassen die Handlungsbereiche Logistikprozesse, Betriebliche Organisation und Kostenwesen sowie Führung und Personal. Du musst hier nachweisen, dass du logistische Abläufe planen, steuern und optimieren kannst – von der Warenannahme über die Lagerung bis hin zur Distribution. Themen wie Supply-Chain-Management, Gefahrgutvorschriften, Arbeitssicherheit, Qualitätsmanagement und Personalführung sind zentrale Bestandteile. Relevante rechtliche Grundlagen sind unter anderem das Handelsgesetzbuch (HGB), die Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) sowie arbeitsschutzrechtliche Vorschriften.
Ablauf und Rahmenbedingungen
Die Grundlegenden Qualifikationen werden ausschließlich schriftlich geprüft, wobei jeder Prüfungsbereich in der Regel zwischen 60 und 150 Minuten dauert. Die Handlungsspezifischen Qualifikationen werden sowohl schriftlich als auch in Form einer situationsbezogenen mündlichen Aufgabe (Fachgespräch) geprüft. Die schriftlichen Klausuren der handlungsspezifischen Bereiche dauern jeweils mehrere Stunden. Die Grundlegenden Qualifikationen müssen bestanden sein, bevor du die Handlungsspezifischen Qualifikationen ablegen kannst. Jeder Prüfungsbereich muss mit mindestens ausreichenden Leistungen (50 Punkte) bestanden werden. Bei Nichtbestehen einzelner Teile besteht die Möglichkeit der Wiederholung.
Tipps zur Vorbereitung
Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und erstelle dir einen strukturierten Lernplan, der alle Prüfungsbereiche abdeckt. Arbeite intensiv mit praxisnahen Fallbeispielen, da die handlungsspezifischen Aufgaben häufig situationsbezogen gestellt werden. Achte besonders auf die Verknüpfung der einzelnen Themenbereiche – in der Prüfung wird oft bereichsübergreifendes Denken gefordert. Wiederhole regelmäßig die rechtlichen Grundlagen und präge dir zentrale Fachbegriffe ein. Nutze Lerngruppen, um komplexe Themen gemeinsam zu erarbeiten und dein Wissen im Austausch zu festigen. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.
📚 Empfohlene Lernmaterialien
Diese Empfehlungen können deine Vorbereitung ergänzen. (Affiliate-Links – du zahlst nichts extra, wir erhalten eine kleine Provision.)


Häufige Prüfungsfragen: Logistikmeister
Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.
Frage 1: Ein Spediteur importiert Ware aus der Türkei. Der Zoll verlangt den Präferenznachweis. Welches Dokument belegt den Warenursprung für Zollvergünstigungen?
Richtige Antwort: A — EUR.1-Warenverkehrsbescheinigung
Zollrecht/Präferenzabkommen: Die EUR.1 ist der amtliche Präferenznachweis für Ursprungswaren und ermöglicht Zollvergünstigungen im Rahmen von Freihandels- und Assoziierungsabkommen. Hinweis: Für Industriewaren im freien Verkehr der Zollunion EU–Türkei wird die A.TR verwendet; die EUR.1 gilt für präferenzberechtigte Ursprungswaren (z. B. Agrarprodukte). b) falsch: Frachtdokument, kein Ursprungsnachweis. c) falsch: Rechnungsdokument. d) falsch: Versanddokument. Merksatz: EUR.1 = Reisepass der Ware – beweist den Ursprung für Zollvorteile.
Frage 2: Ein Logistikzentrum verrechnet die Kosten der Kantine (Hilfskostenstelle) auf die Hauptkostenstellen Lager, Versand und Transport nach Mitarbeiterzahl. Welches Prinzip wird angewendet?
Richtige Antwort: C — Durchschnittsprinzip
Kostenrechnung: Die Kantinenkosten werden pauschal nach Kopfzahl verteilt, ohne die tatsächliche individuelle Nutzung zu messen – das ist das Durchschnittsprinzip. Das Verursachungsprinzip würde die reale Inanspruchnahme je Kostenstelle erfassen, das Tragfähigkeitsprinzip richtet sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, das Äquivalenzprinzip nach Leistungseinheiten. Merksatz: Gleicher Schlüssel für alle ohne individuelle Messung = Durchschnittsprinzip.
Frage 3: Ein Meister erwartet von einem neuen Lageristen schwache Leistungen und kontrolliert ihn ständig. Der Mitarbeiter wird unsicher und macht tatsächlich mehr Fehler. Welches Phänomen liegt vor?
Richtige Antwort: B — Pygmalion-Effekt
Pygmalion-Effekt (Rosenthal): Erwartungen der Führungskraft beeinflussen das Verhalten des Mitarbeiters – eine selbsterfüllende Prophezeiung. Die negative Ausprägung wird auch Golem-Effekt genannt, im IHK-Kontext wird jedoch Pygmalion-Effekt als Oberbegriff für beide Richtungen verwendet. Halo = Überstrahlungseffekt eines Merkmals. Primacy = erster Eindruck dominiert. Merksatz: Wer Schlechtes erwartet, erntet Schlechtes – Pygmalion wirkt in beide Richtungen.
Frage 4: Ein Logistikzentrum lagert 500 Paletten Reinigungsmittel (Gefahrstoffklasse). Ein Mitarbeiter kippt einen IBC um. Wer muss laut GefStoffV sofort informiert werden?
Richtige Antwort: B — Der betrieblich Verantwortliche für Gefahrstoffe und die Feuerwehr bei Gefährdung Dritter
§ 13 GefStoffV (Betriebsstörungen, Unfälle und Notfälle): Bei Freisetzung von Gefahrstoffen sind sofort die betrieblich verantwortlichen Personen zu informieren und Notfallmaßnahmen einzuleiten; bei Gefährdung Dritter auch externe Stellen wie die Feuerwehr. Die IHK ist keine Meldestelle (a), der Betriebsrat hat kein Erstmeldungsrecht bei Unfällen (c), eine Wochenfrist wäre bei akuter Gefährdung zu spät (d). Merksatz: Gefahrstoff frei – sofort Alarm dabei!
Frage 5: Ein 17-jähriger Azubi im Lager soll regelmäßig samstags arbeiten. Was gilt nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz?
Richtige Antwort: B — Samstagsarbeit ist in Lagern erlaubt mit Ersatzruhetag in derselben Woche
§ 16 Abs. 2 Nr. 3 JArbSchG: Jugendliche dürfen samstags im Verkehrswesen (einschließlich Logistik und Lager) beschäftigt werden. Voraussetzung: Ersatzruhetag in derselben Woche (§ 16 Abs. 3). a) falsch – kein generelles Verbot, es gibt branchenspezifische Ausnahmen. c) falsch – Elternzustimmung ist gesetzlich nicht vorgesehen. d) falsch – keine Lehrjahrregelung im JArbSchG. Merksatz: Samstags ja im Lager – aber nur mit Ersatzruhetag in derselben Woche!
Frage 6: Ein Spediteur versendet 200 kg Spraydosen (ADR Klasse 2.1) per LKW. Der Fahrer hat keinen ADR-Schein. Was gilt laut Freistellungsregelung ADR 1.1.3.6?
Richtige Antwort: B — Unter der Höchstmenge je Beförderungskategorie ist kein ADR-Schein nötig
ADR 1.1.3.6 Freistellungsregelung. Unterhalb der Höchstmenge je Beförderungskategorie (hier: Kategorie 2, Faktor 3, ergibt 600 Punkte – unter der 1.000-Punkte-Grenze) gelten erleichterte Vorschriften, kein ADR-Schein nötig. Generelles Verbot (a) ist falsch, Tankbeschränkung (c) und Privatpersonen (d) sind nicht korrekt. Merksatz: Unter der ADR-Freimenge (1.000-Punkte-Regel) gelten vereinfachte Regeln – prüfe stets Beförderungskategorie × Menge.
Frage 7: Ein Logistikmeister will Überstunden anordnen. Der Arbeitsvertrag enthält keine Regelung dazu. Darf er Überstunden einseitig anordnen?
Richtige Antwort: C — Nein, ohne vertragliche oder tarifliche Grundlage besteht keine Überstundenpflicht
Arbeitsrecht/BAG-Rechtsprechung: Ohne vertragliche, tarifliche oder betriebliche Grundlage besteht keine Überstundenpflicht. a) § 106 GewO regelt das Weisungsrecht bezüglich Inhalt, Ort und Zeit der Arbeit, nicht den Arbeitszeitumfang. b) frei erfunden, keine Rechtsgrundlage. d) BR hat Mitbestimmung (§ 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG), das allein begründet aber keine Arbeitnehmerpflicht. Merksatz: Keine Rechtsgrundlage – keine Überstundenpflicht.
Frage 8: Ein Logistikzentrum prüft eine Investition von 250.000 € in Fördertechnik (Restwert 0 €). Erwarteter Jahresgewinn: 30.000 €, Abschreibung: 50.000 €/Jahr. Wie hoch ist die statische Rentabilität?
Richtige Antwort: C — 24 %
Statische Rentabilität = Jahresgewinn / durchschnittlich gebundenes Kapital × 100. Durchschnittlich gebundenes Kapital = (250.000 + 0) / 2 = 125.000 €. 30.000 / 125.000 × 100 = 24 %. a) rechnet mit Vollinvestition statt ∅ Kapital, b) rechnet mit Cashflow, d) verwendet falsche Bezugsgröße. Merksatz: Statische Rentabilität nutzt das durchschnittlich gebundene Kapital (Investition/2 bei Restwert 0) – nicht die volle Investitionssumme!
Du willst mehr üben? Starte jetzt den kostenlosen Übungsmodus mit über 500 Fragen!