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Geprüfter Industriefachwirt (IHK)

Bereite dich optimal auf die IHK-Prüfung zum Industriefachwirt vor – mit praxisnahen Übungsfragen zu allen Handlungsbereichen.

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📋 Beschreibung

Was ist die Prüfung „Geprüfter Industriefachwirt (IHK)“?

Prüfungsinhalte und Themen

Die Prüfung gliedert sich in zwei Hauptteile: die wirtschaftsbezogenen Qualifikationen und die handlungsspezifischen Qualifikationen. Im ersten Teil werden die Bereiche Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Steuern sowie Unternehmensführung geprüft. Hier musst du grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, betriebswirtschaftliche Kennzahlen analysieren und rechtliche Rahmenbedingungen wie das BGB oder das HGB anwenden können.

Der zweite Teil umfasst die handlungsspezifischen Qualifikationen mit den Handlungsbereichen Finanzwirtschaft im Industrieunternehmen, Produktionsprozesse, Marketing und Vertrieb, Wissens- und Transfermanagement im Industrieunternehmen sowie Führung und Zusammenarbeit. Hier geht es um die praxisnahe Anwendung deines Wissens auf typische Situationen in Industrieunternehmen, etwa die Steuerung von Produktionsabläufen, die Entwicklung von Marketingstrategien oder die Führung von Mitarbeitern.

Ablauf und Rahmenbedingungen

Die wirtschaftsbezogenen Qualifikationen werden ausschließlich schriftlich in Form von anwendungsbezogenen Aufgaben geprüft. Für jeden der vier Qualifikationsbereiche stehen dir jeweils bis zu 90 Minuten zur Verfügung. Die handlungsspezifischen Qualifikationen werden ebenfalls schriftlich geprüft, wobei die Bearbeitungszeiten je nach Handlungsbereich variieren. Zusätzlich findet ein mündliches Prüfungsgespräch in Form einer Präsentation mit anschließendem Fachgespräch statt. Jeder Prüfungsteil muss mit mindestens ausreichend (50 Punkte) bestanden werden. Nicht bestandene Prüfungsteile können zweimal wiederholt werden, wobei bereits bestandene Teile angerechnet werden.

Tipps zur Vorbereitung

Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und erstelle dir einen strukturierten Lernplan, der alle Prüfungsbereiche abdeckt. Arbeite regelmäßig mit praxisnahen Aufgabenstellungen, um dich an das Prüfungsformat zu gewöhnen. Besonders wichtig ist es, die Verbindungen zwischen den einzelnen Handlungsbereichen zu verstehen, da in der Prüfung oft fächerübergreifendes Denken gefragt ist. Nutze Lerngruppen zum gegenseitigen Austausch und zur Klärung offener Fragen. Übe das Erstellen und Halten von Präsentationen, um dich optimal auf das mündliche Prüfungsgespräch vorzubereiten. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.

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Häufige Prüfungsfragen: Geprüfter Industriefachwirt (IHK)

Hier findest du typische Fragen aus der Prüfung mit ausführlichen Erklärungen — ideal zur Vorbereitung.

Frage 1: Ein Motorenbauer verteilt 120.000 € Stromkosten per Maschinenstunden auf Kostenstellen. Welches Verfahren der Kostenrechnung nutzt er?

Richtige Antwort: B — Gemeinkostenverteilung im Betriebsabrechnungsbogen (BAB)

Im Betriebsabrechnungsbogen (BAB) werden Gemeinkosten wie Strom über Verteilungsschlüssel (hier: Maschinenstunden) auf Kostenstellen umgelegt. Dies ist Gemeinkostenverteilung, nicht zu verwechseln mit innerbetrieblicher Leistungsverrechnung (Leistungsaustausch zwischen Kostenstellen). a) dient der Stückkostenkalkulation, c) nutzt Prozessmengen, d) teilt Gesamtkosten durch Stückzahl. Merksatz: Der BAB verteilt Gemeinkosten — der Schlüssel bestimmt, wer wie viel trägt.

Frage 2: Ein Elektronikhersteller führt eine Mitarbeiterbefragung durch. 60 % bewerten das Betriebsklima positiv. Die Geschäftsleitung will die Ergebnisse in Verbesserungsmaßnahmen umsetzen. Welcher Ansatz der lernenden Organisation nach Senge wird hier primär verfolgt?

Richtige Antwort: C — Teamlernen

Teamlernen nach Senge bedeutet, dass eine Gruppe durch Dialog und gemeinsame Reflexion kollektiv lernt. Hier wird kollektives Feedback (Befragung) in gemeinsame Verbesserungsmaßnahmen überführt – die Organisation lernt als Team. Personal Mastery betrifft individuelle Selbstentwicklung. Mentale Modelle hinterfragen Grundannahmen Einzelner. Gemeinsame Vision definiert ein Zukunftsbild. Merksatz: Teamlernen = aus kollektivem Feedback gemeinsam besser werden.

Frage 3: Ein Chemiebetrieb setzt Plankosten vorab fest und vergleicht sie beschäftigungsabhängig mit den Istkosten, um Preis- und Verbrauchsabweichungen getrennt auszuweisen. Welches Kostenrechnungsverfahren liegt vor?

Richtige Antwort: B — Flexible Plankostenrechnung

Die flexible Plankostenrechnung passt die Plankosten an den tatsächlichen Beschäftigungsgrad an (Sollkosten) und ermittelt Preis- und Verbrauchsabweichungen getrennt. Die starre Plankostenrechnung rechnet dagegen nicht beschäftigungsabhängig um. Normalkostenrechnung nutzt Durchschnittswerte der Vergangenheit, Istkostenrechnung erfasst nur tatsächliche Kosten ohne Vorgabe. Merksatz: Flexibel = an Beschäftigung angepasst planen, Abweichungen zerlegen.

Frage 4: Ein Maschinenbauer finanziert eine Fertigungshalle (Nutzungsdauer 20 Jahre) mit einem kurzfristigen Kontokorrentkredit. Welche Finanzierungsregel wird verletzt?

Richtige Antwort: A — Goldene Bilanzregel: Langfristiges Vermögen muss langfristig finanziert werden

Goldene Bilanzregel (Fristenkongruenz): Langfristig gebundenes Vermögen muss durch langfristiges Kapital (EK + langfristiges FK) gedeckt sein. Ein Kontokorrentkredit ist kurzfristig kündbar und passt nicht zur 20-jährigen Nutzungsdauer. b) beschreibt keine anerkannte Regel in dieser Form, c) ist frei erfunden, d) ist zu eng gefasst – auch langfristiges FK ist zulässig. Merksatz: Lange gebunden = lange finanziert.

Frage 5: Ein Textilbetrieb fertigt 3 ähnliche Garnstärken im gleichen Prozess. Die Kosten unterscheiden sich nur im Materialverbrauch (Faktor 1, 1,3 und 1,6). Welche Kalkulation passt?

Richtige Antwort: B — Äquivalenzziffernkalkulation

Bei artverwandten Produkten mit unterschiedlichem Ressourcenverbrauch wird die Äquivalenzziffernkalkulation genutzt. Die Faktoren (1 / 1,3 / 1,6) sind die Äquivalenzziffern. Zuschlagskalkulation verteilt Gemeinkosten über Zuschlagssätze auf heterogene Produkte. Kuppelkalkulation gilt bei zwangsläufig gemeinsam entstehenden Produkten (z. B. Rohöl-Destillation). Merksatz: Ähnliche Produkte → Äquivalenzziffern.

Frage 6: Ein Turbinenbauer und ein Zulieferer produzieren beide Gehäuse und Wellen. Der Zulieferer ist bei beiden langsamer. Warum lohnt Spezialisierung dennoch?

Richtige Antwort: B — Der Zulieferer hat bei Wellen einen komparativen Kostenvorteil durch geringere Opportunitätskosten

Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile: Selbst wenn ein Partner bei allem langsamer ist, lohnt Spezialisierung auf das Gut mit den geringsten Opportunitätskosten. Ein absoluter Vorteil ist nicht nötig. a) widerspricht der Aufgabe (nicht gleich effizient), c) widerspricht der Aufgabe (Zulieferer ist langsamer), d) ist falsch. Merksatz: Nicht wer alles besser kann gewinnt, sondern wer das Richtige tut.

Frage 7: Ein Anlagenbauer bemerkt, dass Projektteams Fehler wiederholen, weil Erkenntnisse nicht systematisch geteilt werden. Welches Konzept fehlt?

Richtige Antwort: B — Ein organisationales Lerngedächtnis (Organizational Memory)

Organizational Memory speichert Erfahrungen, Entscheidungen und Lernprozesse dauerhaft und zugänglich für die gesamte Organisation. Ohne dieses Wissensgedächtnis gehen Erkenntnisse verloren und Fehler wiederholen sich. a) betrifft Kundenbeschwerden, c) prüft nur Ergebnis, d) ist Anreiz, kein Wissenstransfer. Merksatz: Ohne Organisationsgedächtnis lernt die Firma nicht – nur der Einzelne!

Frage 8: Ein Zulieferer liefert Ware an einen Kleingewerbetreibenden (nicht im Handelsregister eingetragen). Gilt die handelsrechtliche Rügeobliegenheit nach § 377 HGB?

Richtige Antwort: B — Nein, § 377 HGB gilt nur bei beiderseitigen Handelsgeschäften

§ 377 HGB setzt ein beiderseitiges Handelsgeschäft voraus – beide Parteien müssen Kaufleute i.S.d. HGB sein. Ein Kleingewerbetreibender ohne Handelsregistereintrag ist kein Kaufmann nach HGB (seit der HGB-Reform 1998 gibt es keinen ‚Minderkaufmann' mehr), daher greift § 377 nicht. Es gelten die BGB-Regeln mit 2 Jahren Verjährung. Merksatz: § 377 HGB = nur unter Kaufleuten i.S.d. HGB.

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