Was ist die Prüfung „Immobilienfachwirt“?
Die Prüfung zum Geprüften Immobilienfachwirt bzw. zur Geprüften Immobilienfachwirtin ist eine bundesweit anerkannte Fortbildungsprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Sie richtet sich an Fachkräfte aus der Immobilienwirtschaft, die eine höhere Qualifikation anstreben und Führungsaufgaben übernehmen möchten – etwa in der Immobilienverwaltung, bei Wohnungsbaugesellschaften, in Maklerunternehmen oder in der Projektentwicklung. Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss Geprüfter Immobilienfachwirt und Geprüfte Immobilienfachwirtin (ImmoFachwPrV). Zur Prüfung wird zugelassen, wer eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten immobilienwirtschaftlichen Ausbildungsberuf (z. B. Immobilienkaufmann/-frau) und mindestens ein Jahr Berufspraxis nachweisen kann. Alternativ ist die Zulassung auch mit einer anderen kaufmännischen Ausbildung und mindestens zwei Jahren Berufspraxis oder ohne Ausbildung mit mindestens fünf Jahren einschlägiger Berufserfahrung möglich.
Prüfungsinhalte und Themen
Die Prüfung gliedert sich in mehrere Handlungsbereiche, die das gesamte Spektrum der Immobilienwirtschaft abdecken. Dazu gehören: Rahmenbedingungen der Immobilienwirtschaft, Unternehmenssteuerung und Kontrolle, Personal, Arbeitsorganisation und Qualifizierung, Immobilienbewirtschaftung, Bauprojektmanagement sowie Marktorientierung und Vertrieb, Maklertätigkeit. Du musst dich also sowohl mit betriebswirtschaftlichen Grundlagen als auch mit branchenspezifischen Themen wie Mietrecht, Grundstücksrecht, Wohnungseigentumsgesetz (WEG), Baurecht und Immobilienbewertung auseinandersetzen.
Relevante Rechtsgebiete umfassen unter anderem das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) – insbesondere das Miet- und Kaufrecht –, die Betriebskostenverordnung (BetrKV), das Wohnungseigentumsgesetz (WEG), die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) sowie steuerrechtliche Grundlagen im Zusammenhang mit Immobilien. Auch Themen wie Finanzierung, Investitionsrechnung und energetische Gebäudesanierung können geprüft werden.
Ablauf und Rahmenbedingungen
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil umfasst in der Regel mehrere Klausuren, die sich auf die verschiedenen Handlungsbereiche verteilen und insgesamt etwa acht bis zehn Stunden dauern, verteilt auf mehrere Prüfungstage. Der mündliche Teil beinhaltet eine Präsentation und ein darauf aufbauendes Fachgespräch, in dem du zeigen musst, dass du praxisnahe Problemstellungen analysieren und Lösungen erarbeiten kannst. Zum Bestehen musst du in jedem Handlungsbereich mindestens ausreichende Leistungen erzielen. Nicht bestandene Prüfungsteile können zweimal wiederholt werden.
Tipps zur Vorbereitung
Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung und erstelle dir einen strukturierten Lernplan, der alle Handlungsbereiche abdeckt. Arbeite intensiv mit den relevanten Gesetzestexten – insbesondere BGB, WEG und BetrKV –, damit du dich sicher darin zurechtfindest. Nutze Fallstudien und praxisnahe Aufgaben, um das Gelernte anzuwenden und Transferwissen aufzubauen. Übe auch das Präsentieren, da der mündliche Prüfungsteil häufig unterschätzt wird. Tausche dich mit anderen Prüfungskandidaten in Lerngruppen aus, um verschiedene Perspektiven kennenzulernen und Wissenslücken zu schließen. Hier auf deinepruefung.de kannst du mit ueber 500 kostenlosen Uebungsfragen gezielt trainieren und deinen Wissensstand in allen relevanten Themenbereichen ueberpruefen.